Research in Motion
Blackberry drängt ins Reich der Mitte

Das kanadische Unternehmen Research in Motion (RIM) will seine Blackberry-Geräte künftig auch in China an den Mann bringen.

leo DÜSSELDORF. Nachdem eine Vertriebsvereinbarung für die mobilen E-Mail-Maschinen mit dem größten chinesischen Mobilfunkanbieter unter Dach und Fach gebracht wurde, soll bald der Verkauf beginnen. "Die Zusammenarbeit von China Mobile und RIM bringt den Blackberry in einen großen und wichtigen Markt", sagte RIM-Chef Jim Balsillie am Donnerstag.

Als potenzielle Kunden haben RIM und China Mobile Communications zunächst Firmen im Visier, die den Blackberry-Dienst bereits in den USA und Europa nutzen, sowie Angehörige ausländischer Staatsvertretungen. "Das allererste Ziel sind selbstverständlich die Kunden, die wir bereits irgendwo bedienen", erklärte Balsillie gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Später würden dann größere chinesische Konzerne und letztlich auch kleinere Unternehmen sowie anspruchsvolle Verbraucher im Reich der Mitte angesprochen.

Research in Motion versucht nach dem Ende des Patentstreites mit NTP, der den Blackberry-Dienst in den USA ernsthaft bedroht hatte, verstärkt in neue Märkte vorzustoßen. Dabei sei das Geschäft mit dem Staatskonzern jedoch eine große Herausforderung gewesen, räumte Balsillie ein. "Es ist äußerst schwierig in diesen Markt einzutreten, ohne Staatsinteressen zu berühren. Das Geschäft muss nicht nur mit China Mobile abgeglichen werden, sondern auch mit den Regierungsvorgaben", zitiert Bloomberg.

Aktuell nutzen mehr als 4,9 Millionen Menschen den Blackberry-Service. Der Markt für Taschen-PCs hat im ersten Quartal des laufenden Jahres mit 3,65 Mill. Stück weltweit um 6,6 Prozent zugelegt. Einen wesentlichen Anteil am Wachstum habe dabei die Firma Research in Motion (RIM) und dessen Blackberry beigesteuert, teilte das Marktforschungsunternehmen Gartner am Montag mit. RIM habe knapp ein Drittel mehr von seinen mobilen E-Mail-Geräten verkauft als im selben Zeitraum des vorigen Jahres. Mit einem Marktanteil von nun 25,5 Prozent hat RIM nun endgültig den ehemaligen Pionier Palm auf den zweiten Platz verwiesen, der erstmals vor einem Jahr vom Thron gestoßen wurde.

Dem Blackberry-Hersteller steht jedoch erneut eine Patent-Klage ins Haus. Die Firma Visto, die Software zur drahtlosen E-Mail-Übertragung herstellt, wirft RIM vor, vier ihrer Patente zu verletzen und reichte Ende April Klage bei einem Bezirksgericht in Texas ein. RIM weist die Vorwürfe von Visto zurück. Erst vor zwei Monaten hatte RIM den Patentrechtsstreit mit dem Unternehmen NTP mit der Zahlung von mehr als 600 Mill. Dollar beigelegt.

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