Rio Carbon und Creative Zen Micro mischen das MP3-Premiumsegment auf
Apples Albtraum

Wenn man an der Spitze ist, ist es ganz einsam. Das galt bislang auch für den Kultplayer iPod mini von Apple. Doch wahrscheinlich wird man auf dem Gipfel bald ein wenig zusammenrücken müssen. Rio Carbon und Creative Zen Micro kommen mit High Tech vom Feinsten und - endlich - auch einem Design, das würdig ist, gegen das Original anzutreten.

HB DÜSSELDORF. Vor allem gegen den Rio hat der iPod mini schon beinahe etwas Grobschlächtiges. Der rundliche Handschmeichler mit dem edlen metallisch glänzenden Gehäuse ist trotz 5-GB-Festplatte extrem dünn und 18 Gramm leichter als Zen Micro und 13 Gramm leichter als iPod mini. Der Creative wirkt kompakt und eckig, aber immer noch elegant, nicht zuletzt wegen der schwarzen Front mit den hinterleuchteten Berührungssensoren. Der Rio setzt auf Mehrfach-Taster und ein bequemes Scrollrad.

Beide Herausforderer kommen mit 20 Prozent mehr Speicher auf der Platte als Apples Mini. Der Akku des Rio ist wie beim iPod nicht austauschbar, Rio nennt eine Lebenserwartung von fünf Jahren. Beim Creative lässt sich der Kraftspender wie bei einem Handy einfach ersetzen.

Sowohl der Rio mit seinem 5-Band-Equalizer als auch der Creative überzeugten im Hörtest mit sattem Sound aus den mitgelieferten, durchaus hochwertigen Kopfhörern. Da gibt es nichts zu meckern. Allerdings sollte man die Musik entprechend hochwertig kodieren. MP3 oder WMA-Files werden akzeptiert. Bei (kopiergeschützten) Musikshops werden diejenigen unterstützt, die WMA-Musik anbieten. Der Rio spielt auch Hörbücher im Audible-Format ab.

Als Besonderheit bietet der Rio eine Diktierfunktion, der Creative wartet mit einem UKW-Radio und einem Organizer auf, der sich mit Microsofts Outlook synchronisieren lässt. Überzeugend ist die Laufzeit des Rio-Players von gut 20 Stunden, die durch einen kleinen, aber wirkungsvollen Trick erreicht wird. Die Musikdateien werden gelesen und in einen 32 MB großen Zwischenspeicher geschrieben, die Festplatte dann angehalten. Das spart Strom. Creative kann nur mit gut zwölf Stunden Betriebszeit dagegenhalten.

Auf eine stabile Cradle, in die die Geräte gestellt werden könnten, um sie formschön auf dem Schreibtisch zu parken, während man sie mitlädt oder mit Musik betankt, muss man leider verzichten. Das hat Apple unzweifelhaft schöner gelöst. Sowohl Rio als auch Creative haben ihren Sprößlingen brauchbare und gut bedienbare Software beigelegt, um die Musikdateien zu verwalten.

Beim Creative lag zum WEJ-Test allerdings nur eine Vorabversion bei. Lediglich der Rio bandelt auch mit Mac-Computern an.

Fazit: Apples iPod mini hatte für das Weihnachtsgeschäft wirklich keine Opfer verdient, sondern würdige Gegner. Und voilà - da sind sie.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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