Roadmate 300 im Test
Magellan-Navi stellt Käufer vor Gewissensfrage

Also, das muss ich zugeben. Der Magellan Roadmate 300 hat es wirklich nicht leicht. Eingekeilt zwischen der Konkurrenz aus Kamera-Mobiltelefonen, Multifunktionsorganizern und Autoradios sieht das mobile Navigationsgerät ziemlich blass aus. Während die anderen nebenbei noch telefonieren, Texte verwalten, ins Netz gehen oder DVD-Videos abspielen können, kann der Magellan nur eines: den Weg zeigen. Das allerdings kann er dafür auch richtig.

HB DÜSSELDORF. Die Festplatte des größeren Magellan 700 ist beim 300er einer Speicherkarte mit 512 MB gewichen. Die Diät hat angeschlagen. Das reduzierte Gewicht wiegt den Nachteil wieder auf, dass jetzt nur noch Karten für Deutschland und Österreich und Sonderziele (wie Hotels, Flughäfen, Tankstellen) ab Werk geladen sind. Bei Bedarf kann der Kleine aber mit zusätzlichen Länderdaten gefüttert werden.

Ein dickes Plus gegenüber Navigationen auf Basis von Telefonen oder Organizern ist der angenehm große Farbbildschirm im Querformat. Er ist hell und kontraststark, die großen Schriften und Zeichen sind auch während der Fahrt und nachts gut ablesbar. Mit wahlweise 3-D- oder Kartenansicht ist der 300er auf dem aktuellen Stand der Technik.

Lob auch für den Lautsprecher. Anders als mancher eher quäkende Organizer setzt sich der 300 souverän gegen jedes normales Autoradio und die Fahrgeräusche durch. Die Sprachansage ist klar verständlich. Vor jedem Richtungswechsel kommt auch noch mal ein Klingelton. Nach kurzer Zeit schauen wir gar nicht mehr auf den Schirm.

Was bei schlechteren Straßen allerdings auch unmöglich wäre. Dann wackelt der Magellan 300 an seinem Schwanenhals herum, mit dem er an der Windschutzscheibe befestigt ist. Aber das ist halt der Preis, der für eine mobile Lösung zu zahlen ist. Genauso wie die nervige Verkabelung zum Zigarettenanzünder. Sieht blöd aus und ist nicht immer unproblematisch, je nachdem, wo der Stromspender installiert ist.

Die Routeneingabe ist intuitiv und einfach zu bewerkstelligen. Die Zielführung ließ bei den Testfahrten keine Wünsche offen, und bei der Zeit für die Neuberechnung der Route nach Kursabweichung muss der Magellan die Konkurrenz nicht zu fürchten.

Statt fisseliger Handy-Tasten hat er großflächige, beleuchtete Tasten mit gutem Druckpunkt, und auch der berührungssensitive Bildschirm dient ihm zur Befehlseingabe. Lediglich die mittlere Multifunktionstaste im Steuerkranz wirkte etwas schwammig.

Nach zwanzig Minuten ohne Eingabe oder Ortsveränderung schaltet sich das Gerät - nach vorheriger Warnmeldung - selbsttätig aus. Gut so. Denn wird das Auto mal mit Magellan für eine Woche in der Garage geparkt, ist dann hinterher immer noch Strom in der Batterie.

Ein kleiner "Trip-Computer" speichert Informationen zur gefahrenen Strecke, ein vor allem bei Außendienstlern gerne gesehene Zusatzfunktion, die hinterher die Abrechnung erleichtert.

Fazit: Spezialist versus Generalist. Das alte Spiel. Wer auf Flexibilität verzichten kann, bekommt heute schon für weniger Geld gute Navigationen für den Festeinbau. Wer nur alle Jubeljahre einmal eine Navigation braucht, kann getrost sein Handy aufrüsten, falls möglich. Wer allerdings berufsmäßig häufig das Fahrzeug wechselt und oft in unbekanntes Terrain vorstößt, sollte den allerdings nicht gerade billigen Magellan 300 zumindest in die engere Wahl ziehen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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