Roboter Sphero Ollie im Test
Ein sehr spezieller Alltagsbegleiter

Der Roboter Ollie des Herstellers Sphero soll Smartphone-Nutzern mit Tricks und Stunts der Skateboard-Szene die Freizeit versüßen. Doch was hat man eigentlich von einem Stück Plastik, das sich wie blöd im Kreis dreht?

DüsseldorfKennen Sie Ollie? Ollie ist ein Skateboardtrick, eines der Manöver, was jeder Fahrer beherrschen sollte. Es ist nicht viel mehr als ein Sprung mit dem Brett am Fuß. Das sieht vielfach einfacher aus, als es ist. Gleiches gilt auch für einen anderen Ollie: Das US-Unternehmen Sphero will mit der gleichnamigen, App-gesteuerten Drohne Smartphone-Nutzern die Freizeit mit Tricks und Stunts versüßen. Ähnlich wie beim Skaten gilt: So einfach ist es nicht.

Ollie ist ein Klotz, zumindest optisch. Der weiße Zylinder rollt auf hellblauen Reifen durchs Geläuf. Der Einachser lässt sich durch die Laufrichtung der Räder steuern, allerdings nur im Ganzen, nicht Seite für Seite. Die App zur Steuerung ist sowohl für iOS als auch Android kostenlos erhältlich. Ollie selbst ist für rund 80 Euro im Online-Handel erhältlich. Ein stolzer, aber nicht überambitionierter Preis.

Eins schafft Hersteller Sphero sofort: Ollie wächst einem sofort ans Herz. Der kleine Kerl erinnert farblich entfernt an Roboterikone R2D2, seine Vorderseite ziert ein lächelndes Konterfei. Die Drohne, kein kühler Dienstleister, sondern Spielzeugfreund und Begleiter. Besonders bei Kindern zieht diese Form der Emotionalisierung. Der Tester hat sich das innere Kind offenbar gut erhalten.

Ollie zieht viel Aufmerksamkeit auf sich, so viel steht fest. Und vor allem Männer ab 30, die sich nach dem ferngesteuerten Auto der Jugend zurücksehen, stürzen sich auf den Roboter. Kaum der Packung entsprungen, möchte auch der Chef mal eine Runde über den Redaktionsteppich drehen. Das Smartphone mit der App geht durch viele Hände, die Kollegen schauen dem wuselnden Gerät zu und stellen die entscheidende Frage: Was kann das denn?

Gar nicht so viel, ist meist die ernüchternde Antwort. Einen praktischen Nutzen hat Ollie nicht, wozu auch, er ist ein Spielzeug. Aber schon die ersten Schritte zeigen, dass es mit dem Unterhaltungswert erst sehr steil nach oben geht – und dann leider wieder sehr schnell nach unten.

Dem Kleinen wird gerne schwindelig

Die Hauptbeschäftigung im Test bestand darin, Ollie auszurichten. Denn dem Kleinen wird gerne schwindelig, gerade, wenn er Tricks vorführen soll. Auspacken, Ollie per mitgeliefertem USB-Kabel am PC aufladen (Akku-Laufzeit: eine Stunde), per Bluetooth synchronisieren, ausrichten. Immer wieder. Denn die Steuerung des Geräts erfordert etwas, was eher bei einem deutschen Autobauer verortet würde: Umparken im Kopf.

Per Daumenzeig auf einem virtuellen Analogstick (man denke an die Playstation) fährt Ollie vor, zurück, links, rechts. Hat man sich an den Kreisläufer erst einmal gewöhnt, ist die Steuerung intuitiv. Zumindest solange das Handy hochkant gehalten wird. Dann ist die Drohne im reinen Fahrmodus, in dem sie laut Hersteller über 22 km/h erreichen kann. Mit viel Platz und auf sehr ebener Strecke, am besten Asphalt. Man lernt, Ollie behutsam in die Kurven zu legen, wenn er mal in Fahrt ist. Andernfalls überschlägt er sich spektakulär, das kann er aber ab.

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Ein sehr spezieller Alltagsbegleiter

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Am besten zum Gassi gehen geeignet

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