Samsung SGH-D410
Geschoben, nicht geklappt

Man muss auch mal warten können. Im Flugzeug zum Beispiel. Doch trotz Verbots setzt der gemeine Anzugträger sofort nach dem Ausrollen auf dem Flugfeld sein Handy wieder in Betrieb. Erst ist eine Minute Ruhe, aber nachdem das Alpha-Tier des Businessfliegers mit der ersten Startmelodie unüberhörbar wieder die Führung übernommen hat, fiepst und bimmelt es überall. Von drohendem Kontrollverlust gestresste Managergesichter entspannen sich spürbar.

HB DÜSSELDORF. Der Besitzer des Samsung SGH-D410 hat Zeit. Er wartet ruhig, bis der Klingelsturm vorbei ist und öffnet mit sanftem Druck das Handy-Oberteil, das mit sattem "Klack" einrastet. Die entstehende Unruhe in den angrenzenden Reihen steigert sich zu mürrischer Missachtung, wenn der sonore 64-stimmige Klingelton die Stimmführerschaft in der Röhre übernimmt und der LCD-Schirm mit 262 144 Farben aufleuchtet. Samsungs neues "Slidephone", bei dem das Oberteil verschoben und nicht geklappt wird, ist ein echter Hingucker und-hörer.

Das Testgerät machte einen solide verarbeiteten Eindruck, vor allem, was den Schiebemechanismus angeht. Die Ausstattung ist reichhaltig, neben den üblichen Funktionen wie SMS, MMS und einem einfachen Organiser gibt es auch einen E-Mail-Client. Leider sind keine Profile wählbar, und es gibt keine Sprachsteuerung. Die schwenkbare VGA-Kamera (640 x 480 Punkte) im Oberteil macht bei normalen Lichtverhältnissen gute Bilder. Im eingebauten Speicher ist ordentlich Platz für Bilder, Videos oder Spiele, aber eine Speichererweiterung (etwa über SD-Card) ist nicht möglich.

Die Tastatur ist groß genug, die oberste Tastenreihe für dicke Daumen etwas nah an der Unterkante des Oberteils. Die Sprachqualität ist ordentlich, markante Aussetzer oder Störungen, die auf das Gerät zurückzuführen waren, gab es nicht. Die Menüführung ist übersichtlich und geht nach kurzer Eingewöhnung flott von der Hand.

Im Lieferumfang ist lobenswerterweise ein zweiter Akku enthalten, ein Datenkabel muss man extra kaufen. Schön wäre Bluetooth gewesen, was die Chancen für den Anschluss einer Autofreisprechanlage erhöht hätte. Samsung selbst bietet derzeit für das D410 noch kein Car-Kit in Deutschland an.

Fazit: Samsungs Stärke liegt in trendigen Spaßtelefonen mit dem nötigen Touch an Seriosität, um den Charakter des Spielzeugs zu vermeiden. Das D410 ist ein gutes Beispiel. Aber es wird sich gegen starke Konkurrenz wie das Nokia 7650 oder das beliebte SL55 von Siemens behaupten müssen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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