Samsung Slate
Ein Tablet als reinrassiger PC

Intuitive Bedienung, hohe Auflösung - hätte Steve Jobs Samsungs neues Power-Tablet Slate vorgestellt, wären die Experten vor Begeisterung wohl hysterisch geworden.

San FranciscoAnders als das iPad oder Samsungs Galaxy 10.1 Tablet ist das Samsung Slate ein reinrassiger PC. Auf der Entwicklerkonferenz im kalifornischen Anaheim nutzte Microsoft das Power-Tablet aus Korea, um die Leistungsfähigkeit des neuen Windows 8 zu dokumentieren. Im Inneren des mit Finger oder Stift bedienbaren Touchscreen-PCs arbeitet ein kraftvoller Intel-Chip der neuesten Generation, ein i5 mit einer Taktfrequenz von 1,6 Gigahertz. Das geht nicht ohne angemessene Kühlung, daher säuselt der Lüfter stets im Hintergrund mit, um die Wärme aus dem nur rund 130 Millimeter starken Gehäuse abzuführen.

Vier Gigabyte Hauptspeicher stehen für die Arbeit zur Verfügung, eine Flash-Speicherplatte mit 64 Gigabyte nimmt Daten und Programmdateien auf. Der breite 11,6-Zoll-Bildschirm erinnert an alte Cinemascope-Filme, die Auflösung des stark spiegelnden, aber kontraststarken Schirms beträgt stolze 1366 mal 768 Bildpunkte. Das Slate hat Micro-USB- und HDMI-Anschlüsse, zwei Kameras, WLAN und 3G-Mobilfunk für den Internetzugang. Eine kompakte Dockingstation liefert zusätzlich eine Ethernet-Netzwerkanbindung, eine Tastatur wird per Bluetooth angesteuert. Das Slate wird dann zur perfekten Schreibtisch-Arbeitsmaschine.

Windows 8 (in einer frühen Entwicklerversion) startet innerhalb von wenigen Sekunden auf dem Slate. Das kommt endlich dem typischen Arbeitsstil mit mobilen Tablets entgegen. Kurz aus der Tasche holen, anschalten, etwas erledigen, ausschalten. Vorbei sind die endlos scheinenden Ladezeiten von Vista und Windows 7. Die neue Metro-Oberfläche mit den großen Bedienkacheln, über die die Apps gestartet werden, erschließt sich sehr schnell und intuitiv.

Für den Rücksturz in die traditionelle Arbeitswelt mit Tastatur, Maus und Programmen wie Word oder Excel steht die alte Windows-Welt zur Verfügung. Ein kurzer Wisch mit dem Finger über den rechten Bildschirmrand öffnet ein Auswahlmenü mit der entsprechenden Option. Das macht Sinn, eine Tabellenkalkulation oder ein Datenbankprogramm im Metro-Stil etwa ist schwer vorstellbar. Unterstützt wird auch ein Zwei-Bildschirmbetrieb, das ist heute Bürostandard. Praktisch ist die Option, zwei Programmfenster nebeneinander auf dem Schirm zu verankern. Die Akkulaufzeit im dreitägigen Test war nur unterdurchschnittlich, aber es handelt sich ja noch um eine sehr frühe Version von Windows 8.

Fazit: Samsung Slate und Windows 8 - hätte Steve Jobs das vorgestellt, Medien und Blogger wären in Hysterie verfallen. Aber bei Microsoft herrscht immer zuerst mal Zurückhaltung, ob das was wird. Bei Vista war das durchaus angebracht, diesmal nicht. Microsoft kann es eigentlich nur noch versauen, wenn Windows 8 nicht schnellstens auf den Markt gebracht wird. Bis 2013 will jetzt niemand mehr warten, Windows 7 sieht nur noch alt aus. Preise, Ausstattungsdetails und Lieferdatum sind derzeit weder für das Slate noch Windows 8 verfügbar.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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