Sandisk Sansa e130 verhilft SD-Karten zu neuem Leben
Taschenspieler der alten Schule

Es ist doch einfach ärgerlich. Da fliegen sie also in der Schublade rum, die alten SD-Speicherkarten. Einst wurden sie für die neue Digitalkamera teuer erworben, heute sind sie längst durch größere Karten ersetzt. Ein Fall für den Sondermüll? Nicht unbedingt.

HB DÜSSELDORF. Der neue MP3-Musikplayer Sandisk Sansa e130 bietet neben einem eingebauten Festspeicher von 512 MB einen Erweiterungsplatz für SD-Karten, mit dem das Fassungsvermögen bequem bis auf insgesamt 2,5 Gigabyte aufgebohrt werden kann.

Der Sansa e130 ist ein Taschenspieler der alten Schule. Die Musikdateien können einfach und ohne irgendwelche Beschränkungen per Mausklick von der PC-Festplatte übertragen werden. Ein besonderes Programm wie etwa iTunes bei Apples iPods ist nicht nötig. Wer über eine größere Musiksammlung auf dem PC verfügt, wird allerdings freiwillig schnell auf ein solches Programm zurückkommen wollen.

Bewährte Programme wie das kostenfreie Musicmatch (www.musicmatch.com) oder der beliebte Real-Player (www.real.com) arbeiten reibungslos mit dem Sansa zusammen. Kostenpflichtige Onlineangebote werden unterstützt, wenn sie mit dem Microsoft-Standard Secure-WMA arbeiten. Rhapsody von Real Music ist so ein Dienst oder das neue Napster, das noch dieses Jahr nach Deutschland kommen dürfte. Wichtig: Ohne PC läuft gar nichts. Er ist Grundvoraussetzung fürs Befüllen mit Musik. Auf dem Gerät selbst können die Daten nicht verwaltet oder etwa gelöscht werden. Dafür muss der PC her.

Nachdem ich den winzigen Player unter massiver Gewaltanwendung aus seiner erdbebensicher verschweißten Einwegverpackung befreit hatte, fiel mir als Erstes das angenehm geringe Gewicht des Plastik-Players auf. Der optische und der haptische Gesamteindruck ist: etwas schlicht; das Teil wirkt aber nicht wirklich billig.

Die mitgelieferten Ohrhörer bieten einen sauberen Klang. Sie könnten aber im Bass etwas stärker sein.

Gut: Die kleinen Schmalzbohrer werden für eine gute Passform mit verschiedenen, austauschbaren Gummieinsätzen für unterschiedliche Ohrgrößen geliefert.

Die Menüführung erschließt sich schnell auch ohne Handbuch. Das Gerät reagierte manchmal ein wenig zäh auf Tastendruck oder den Dreh am Menürad. Die Wiedergabe kann nach verschiedenen Kriterien einschließlich Zufallswiedergabe erfolgen. Ein UKW-Radio - es lieferte im Test einen brauchbaren Empfang - gibt es als Dreingabe auch noch. Audible-Hörbücher können abgespielt werden.

Als Stromquelle dient eine AAA-Batterie. Sie reicht für maximal 16 Stunden, je nachdem wie intensiv das Display genutzt wird. Einen Stromadapter gibt es nicht.

Fazit: Guter Klang und die Möglichkeit, brachliegende Speicherkarten neu zu nutzen, sprechen für den Sansa e130. Allerdings gehört er mit einem empfohlenen Preis von rund 140 Euro zu den teuren Vertretern seiner Gattung. Ein Apple iPod shuffle oder besonders der schicke Creative Muvo N200 sind da echte Alternativen, wenn man auf den Zusatzspeicher verzichten will.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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