Schiebs Software-Tipp
Intelligent geschrumpft

Wenn Bilder für die Homepage verkleinert werden müssen, gehen fast immer Informationen verloren. Das muss nicht sein. Mit der Seam-Carving-Technik lassen sich die Proportionen auf intelligente Weise verändern.

DÜSSELDORF. Moderne Bildbearbeitungsprogramme können eine Menge: Sie optimieren auf Knopfdruck den Kontrast, ziehen die Schärfe nach, korrigieren unschöne Farbfehler oder entfernen auch die berühmten roten Augen. Vieles davon vollkommen automatisch. Selbst unerfahrenen Hobbyfotografen stehen ausgefeilte Möglichkeiten der Bildnachbearbeitung zur Verfügung.

Doch es gibt Situationen, da ist jeder komplett auf sich allein gestellt. Zum Beispiel, wenn Fotos verkleinert werden müssen, beispielsweise für Webseiten. Es gibt zwei Methoden: Bilder lassen sich im bestehenden Seitenverhältnis verkleinern (Resize) oder man kann am Rand etwas abschneiden (Crop).

Beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Beim Verkleinern wird die Bildauflösung reduziert, das Bild verliert an Schärfe, außerdem können Bilddetails verloren gehen. Wer ein Foto hingegen beschneidet, etwa um ein anderes Seitenverhältnis zu erreichen (quadratisch statt reckeckig), muss sich von Teilen des Bildes trennen.

Inzwischen gibt es jedoch eine dritte Methode der Bildverkleinerung, die immer mehr von sich Reden macht und kurz davor steht, Einzug in populäre Bildbearbeitungsprogramme zu halten: „Seam Carving“ - eine besonders clevere Methode, Bilder zu verkleinern.

Das Bild schrumpft in Breite oder Höhe, allerdings ohne an den Rändern etwas abzuschneiden. Stattdessen werden im Bildinneren Informationen entfernt, aber derart behutsam, dass es kaum auffällt. Die meisten Bilder wirken nach der Verkleinerung genauso wie vorher, auch wenn sich das Seitenverhältnis erheblich verändert.

Dahinter steckt ein komplexer Algorithmus. Die Software analysiert das Foto in drei Schritten. Zuerst werden Kanten im Bild ermittelt, zum Beispiel die Umrisse von Gegenständen oder Personen. Solche Objekte im Bild bleiben unangetastet, da sie in der Regel den Kern des Bildes ausmachen.

Im zweiten Schritt werden Farbflächen ermittelt, die sich problemlos schrumpfen lassen. Im letzten Schritt ermittelt die Software die so genannten „Seams“, der die Technik ihren Namen verdankt: Das sind Pixelpfade, die sich aus einem Bild entfernen lassen, ohne dass es besonders auffällt.

Unter www.rsizr.com kann man die Technik ausprobieren. Der Dienst ermöglicht das Schrumpfen im Web. Dazu ein Foto hoch laden und mit Hilfe der Schieberegler festlegen, wie breit oder hoch das Foto sein soll. Anschließend beginnt das Bild zu schrumpfen; der Algorithmus entfernt unwichtige Bereiche im Bild. Da das schrittweise erfolgt, lässt sich gut nachvollziehen, wie Seam Carving funktioniert.

Am Ende hat man ein Foto, das auf wundersame Weise verkleinert wurde, ohne dass sich das Auge getäuscht fühlt. Es gibt so gut wie keine Verzerrungen. Gegenstände und Objekte rücken lediglich näher zusammen im Bild, so als hätte jemand überflüssige Flächen im Bild entfernt. Mit derselben Technik lassen sich auch Bilder breiter machen.

Die kostenlose Software „Seam Carving GUI“ unter www.springhin.de/seam-carving erledigt das Verkleinern und Vergrößern von Fotos auch auf dem eigenenWindows-PC. Hier lassen sich sogar Bereiche im Bild markieren, die auf keinen Fall wegfallen dürfen – oder umgekehrt: Bereiche kennzeichnen, die von der Software als erstes aus dem Bild entfernt werden sollen.

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