Schiebs Softwaretipp
Leichter Surfen

Softwareriese Microsoft bessert sich. Der neue Internet Explorer 8 hält sich erstmals bei der Präsentation von Webseiten an Standards.

Wer mit dem Gestalten und Bauen von Webseiten sein Geld verdient, braucht vor allem eins: Geduld. Jeder Browser verhält sich ein bisschen anders, stellt Webseiten anders dar. Das macht deutlich: Auch Standards sind eben Auslegungssache. Der Internet Explorer fällt in diesem Zusammenhang besonders aus dem Rahmen. Microsofts Browser treibt Webseitenentwickler regelmäßig in die Verzweiflung, hier gibt es besonders viele Ausnahmen.

Das soll sich mit dem neuen Internet Explorer 8 nun ändern. Seit dieser Woche kann die deutschsprachige Betaversion auf der Microsoft-Homepage herunter geladen werden. Die Vorabversion ist aber mehr für Entwickler gedacht als für Websurfer.

Das Ziel der Programmierer aus Redmond ist, den Internet Explorer nun endlich standardkonform zu machen. So besteht der IE8 nun erstmals den Browser-Test Acid2, der eine Reihe wichtiger Standards im Browser prüft. Bisher ist der Internet Explorer daran kläglich gescheitert.

Es gibt aber auch einige interessante neue Funktionen. Ein kleines, aber feines Detail im ist zum Beispiel das so genannte „Domain Highlighting“: Microsofts neuer Browser markiert in der Adresszeile die Domain der angesurften Webseite. Der Benutzer kann so auf einem Blick erkennen, ob er sich auch auf der richtigen Webseite befindet. Das ist deswegen praktisch, weil Betrüger gerne besonders lange Internetadressen generieren, die so aussehen, als ob man auf einer vertrauenswürdigen, seriösen Webseite vorbei surft.

Neu sind zudem zwei Funktionen, die Microsoft „Webslices“ und „Activities“ nennt. „Webslices“ sind Lesezeichen mit Vorschau-Funktion. Einmal angelegt, lässt sich eine Webseite oder ein Detail einer Webseite im Blick behalten. Auf diese Weise kann man zum Beispiel eine Ebay-Auktion überwachen oder die Wettervorhersage abrufen, ohne die eigentliche Webseite verlassen zu müssen.

„Activities“ hingegen erlauben, Daten aus einer angesteuerten Webseite auszuschneiden und woanders zu übernehmen. Wo man früher mit „Copy and Paste“ Texte markieren, kopieren und übernehmen musste, reicht jetzt ein Rechtsklick mit der Maus. Praktisch. Webseitenbetreiber, die „Webslices“ und „Activities“ unterstützen wollen, müssen ihre Webseiten aber erweitern – was allerdings nicht sehr aufwändig ist.

Der Internet Explorer wird noch eine Weile getestet. Mit dem offiziellen Start des IE8 wird nicht vor der zweiten Jahreshälfte gerechnet.

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