Schwellenländer sollen erobert werden
Motorola macht in Billighandys

Motorola steigt groß in das Segment der Billighandys ein. Der zweitgrößte Hersteller von Mobiltelefonen bringt fünf neue Modelle für die Schwellenländer auf den Markt.

HB SINGAPUR. Ziel sei es, dieses Niedrigpreis-Segment aggressiv in alle Märkte zu drücken, sagte Steve Lalla, Motorola-Vizepräsident für Massenmarkt-Produkte, am Dienstag. Das US-Unternehmen, das lange Zeit keine große Rolle im Billigsegment spielte, bedient dieses seit Anfang des Jahres intensiver und bietet damit dem Branchenprimus Nokia Paroli. Die Nachfrage nach billigen Mobiltelefonen ist vor allem in den beiden bevölkerungsreichen Schwellenländern Indien und China sehr stark. Vergangene Woche hatte Nokia ein Klapphandy für 100 Euro für die Wachstumsmärkte in Asien und Afrika vorgestellt.

Das Angebot von Motorola umfasst das C118 mit einfarbigem Display und die vier Handys C257, C139, C168 und C261 mit Farbdisplay. Das C261 hat auch eine Digitalkamera. Die Telefone, die im vierten Quartal auf den Markt kommen sollen, bieten zudem eine längere Akkuzeit, weil es in vielen Entwicklungsländern noch Probleme bei der Stromversorgung gibt. "Analysen zeigen uns, dass die Konsumentenansprüche in Entwicklungsländern tatsächlich unterschiedlich sind", sagte Lalla. "Es ist nicht so, dass eine Lösung für alle passt - wir wollen Auswahl bieten."

Motorola hat zudem einen zweiten Auftrag vom Branchenverband GSM Association erhalten, um Handys in Wachstumsmärkten wie Indien, Russland, Afrika und Ägypten anzubieten. Im Rahmen dieses Programms wird Motorola mehr als sechs Millionen Mobiltelefone für unter 30 Dollar das Stück an insgesamt zehn Netzbetreiber verkaufen. Angeboten werden exklusiv für dieses Programm das C113a sowie das schon verfügbare C113, aber zu einem niedrigeren Preis. Im Februar hatte Motorola den ersten Auftrag von dem Interessenverband der Mobilfunkanbieter mit GSM-Netz erhalten.

Der Verkauf preisgünstiger Handys werde Motorola schnell zu mehr Marktanteil verhelfen, sagte Gartner-Analystin Ann Liang. Aber bezogen auf die Profitabilität sei das nicht die klügste Idee. Lalla wollte nicht sagen, was Motorola die neuen Handys in der Herstellung kosten. Analysten schätzen die Kosten auf 40 bis 50 Dollar. Lalla sagte, der Einstieg von Motorola in das Niedrigpreissegment werde die Umsatzrendite nicht ernsthaft drücken. Details nannte er aber nicht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%