Sechs Prozent Wachstum für 2003 erwartet
Sony Ericsson macht verlorenen Boden wieder gut

Zum ersten Mal seit der Gründung vor knapp zwei Jahren ist der Mobiltelefon- Hersteller Sony Ericsson für eine positive Nachricht gut: Im zweiten Quartal dieses Jahres hat das Unternehmen seinen Handy-Absatz deutlich gesteigert und so Marktanteile gewonnen.

slo/hst DÜSSELDORF. „Sony Ericsson war die Überraschung des Quartals, der Anbieter hat sich erstaunlich gut geschlagen“, sagte Ben Wood, Autor einer gestern veröffentlichten Untersuchung der Marktforschungsgesellschaft Gartner.

Der japanische Unterhaltungskonzern Sony und der schwedische Netzausrüster Ericsson lagerten im Herbst 2001 ihre Handysparten aus und gründeten das Gemeinschaftsunternehmen. Bisher machte das Joint Venture eher negative Schlagzeilen, denn es verlor kontinuierlich Marktanteile – bis jetzt: Laut Gartner verkaufte Sony Ericsson im zweiten Quartal weltweit 6,3 Millionen Geräte und damit fast eine Million mehr als im Vorjahresquartal. Der Marktanteil verbesserte sich durch eine Serie gut gehender Kamera- und Spielehandys auf 5,5 % – nach 4,8 % im ersten Quartal 2003. Mit Hilfe neuer Geräte, die Sony Ericsson voraussichtlich heute vorstellt, könnte das Unternehmen seine Position erneut verbessern.

Insgesamt haben die Mobiltelefonproduzenten zwischen April und Juni laut Gartner rund 115 Millionen Geräte abgesetzt und damit 12 % mehr als im Vorjahr. Angesichts der Nachfrageeinbrüche in Asien durch die Lungenkrankheit SARS seien das „recht starke Zahlen“, sagte Bryan Prohm, Analyst bei Gartner. Auch die schwache Konkjunktur in einigen Regionen hat dem Handy-Markt nach Ansicht der Marktforscher von IDC offenbar nicht geschadet.

Von dem Wachstum hat am meisten der Marktführer Nokia profitiert. Neue Modelle halfen den Finnen, ihre Position in Osteuropa und Asien zu verbessern. Der US-Konzern Motorola, bisher stark auf dem asiatischen Markt, bekam dagegen die Folgen von SARS zu spüren und verlor deutlich Marktanteile. „SARS hat die Nachfrage nach Mobiltelefonen in China eingeschränkt“, sagte Analyst Wood. Hinzu käme die stärkere Konkurrenz lokaler Handyhersteller. Eine Konsolidierung auf dem chinesischen Markt sei inzwischen unvermeidbar. „Es wird dazu kommen, dass sich kleinere Mobiltelefonproduzenten vollständig aus dem Markt zurückziehen werden und andere Hersteller ihre Produktion zurückfahren“, sagt Gartner.

Einbußen auch für Siemens: Trotz einer Vielzahl neuer Geräte entfernte sich der deutsche Hersteller in der Gartner-Statistik weiter vom erklärten Ziel, einen Marktanteil von 8 % zu erreichen.

Für das zweite Halbjahr erwarten die Marktforscher ein etwas langsameres Wachstum. Der heiße Sommer in Europa und geringere Subventionen von Mobilfunkbetreibern in China werden den Handy-Absatz im der zweiten Jahreshälfte belasten, sagen Experten des US-Beratungsunternehmens Strategy Analytics voraus. Insgesamt rechnen sie für 2003 mit einem um 6 % höheren Mobiltelefon-Absatz als im Vorjahr. Das Wachstum läge damit auf dem Niveau von 2002.

In erster Linie werden in diesem Jahr unterentwickelte Märkte wie Indien zum Wachstum beitragen. Dort sind günstige und einfache Einsteigerhandys gefragt. In Westeuropa, wo bereits 80 % der Menschen ein Mobiltelefon besitzen, sind nach Angaben von Gartner eher die neuen Multimedia-Handys mit Kamera die Wachstumstreiber. Doch gerade in diesem Marktsegment sehen Analysten den härtesten Preiskampf, so dass die Ertragslage der Hersteller weiter unter Druck bleiben werde.

Einige Mobiltelefonhersteller, allen voran Siemens, haben ambitioniertere Ziele für dieses Jahr: „Unsere Wachstumsrate für dieses Geschäft wird bei den Stückzahlen irgendwo zwischen 15 und 20 % liegen“, sagte der für Mobile Kommunikation zuständige Siemens-Vorstand Rudi Lamprecht Ende vergangener Woche. Damit werde Siemens deutlich stärker wachsen als der Gesamtmarkt.

Quelle: Handelsblatt

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