Smartphone

Neues Xperia soll für Sony die Wende bringen

Trotz verstärkter Anstrengungen war Sonys Smartphone-Geschäft tief in die roten Zahlen gerutscht. Nun soll die Wende eingeläutet werden. Große Hoffnungen setzt das Unternehmen auf das Flaggschiff Xperia Z5 Premium.
Sony-Präsident Kazuo Hirai präsentiert das neue Flaggschiff-Smartphone Xperia Z5. Quelle: AFP
Erstes Handy mit 4K-Bildschirm

Sony-Präsident Kazuo Hirai präsentiert das neue Flaggschiff-Smartphone Xperia Z5.

(Foto: AFP)

BerlinSony will sich mit seinen neuen Smartphones der Serie Xperia Z5 als technologischer Vorreiter zurückmelden. Das Premium-Modell der Reihe kommt als erstes Smartphone mit einem 4K-Display und gestochen scharfen Bildern auf den Markt. Wie lange Sony dies als Alleinstellungsmerkmal für sich reklamieren kann, ist ungewiss. „Wenn wir vier oder fünf Monate den Vorsprung halten können, wäre das schon ok“, sagte Hiroki Totoki, Chef der Mobil-Sparte von Sony am Donnerstag auf der IFA in Berlin der Deutschen Presse-Agentur. Es sei aber wichtig, neue Märkte zu kreieren. Und 4K-Smartphones hätten das Potenzial dazu.

Die neuen Xperia-Z5-Modelle sollen voraussichtlich Ende September auf den Markt kommen. Vodafone will in Deutschland das Top-Modell mit Vertrag für 9,90 Euro ins Programm aufnehmen. Dass die neue Produktlinie kurzfristig den Absatz für Sony ankurbeln wird, bezweifelt jedoch Ian Fogg, Analyst bei der Marktforschungsfirma IHS. Sony werde 2015 voraussichtlich 27 Millionen Smartphones weltweit verkaufen – gegenüber 40 Millionen im Jahr zuvor. Das erste 4K-Modell eines Rivalen erwartet Fogg bereits ab Dezember.

Sony zeige mit seinen Flaggschiff-Modellen jedoch, dass das Unternehmen die Profitabilität vor den Absatz stelle, so das Fazit von Fogg. Die Margen seien im Premium-Bereich deutlich größer als bei günstigen Geräten. „2015 ist für Sony Mobile das Jahr der Transformation“, unterstrich Totoki. 2016 will die Sparte Mobile Communication wieder in die schwarzen Zahlen kommen.

Aktuell drückt die gebremste Nachfrage im inzwischen entwickelten Riesen-Markt China das Geschäft der Smartphone-Anbieter. Sony habe bereits vor einem halben Jahr begonnen, sich aus dem chinesischen Markt zurückzuziehen, um negative Auswirkungen auch durch die starke Konkurrenz dort zu vermeiden, betonte Totoki. Sony werde sich künftig vor allem auf die übrigen asiatischen Märkte und Europa fokussieren.

Das sind die wichtigsten Messe-Trends
Trend 1: Ultrahohe Auflösung und sattere Farben
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UHD wird endlich massentauglich, versprechen die Aussteller der Messe IFA. Dabei ist eine  Auflösung von acht Millionen Bildpunkten bei großen, teuren Fernsehern schon länger üblich (hier ein Bild von der CES 2015). Nur in viele Wohnzimmer haben es die ultrahochauflösenden Bildschirme noch nicht geschafft, auch weil es bislang wenig Filme gibt, die deren Potenzial überhaupt ausnutzen. Doch die großen Studios haben bereits angekündigt, ihre kommenden Blockbuster anzupassen.

Deshalb bohren die Hersteller ihre Produkte jetzt noch weiter auf. Dank „High Dynamic Range“ (HDR) sollen die kommenden Fernseher mit mehr Helligkeit und tieferen Schwarzwerten einen plastischeren Kontrast und mehr Tiefenwirkung ermöglichen – auch ohne zusätzliche 3D-Technologie. Neue Varianten an LCD und OLED-Bildschirmen versprechen insgesamt natürlichere Farben.

Einen Run auf die neuen Geräte könnten die Hersteller gut gebrauchen, denn bislang scheint der TV-Markt gesättigt. Im ersten Halbjahr brach der Umsatz in Deutschland um 16,5 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro ein.

Trend 2: Noch mehr Smartphones
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Schicker, schneller und vor allem größer: Seit Jahren versuchen die Smartphone-Hersteller sich mit neuen Superlativen zu übertrumpfen. Angesagt sind derzeit vor allem große Geräte mit mehr als fünf Zoll Bildschirmdiagonale und LTE-Funkverbindung. Beides seien ehemalige Premium-Merkmale, die nun schon in der Mittelklasse zu finden sind, sagte Arndt Polifke, Global Director für Telekommunikation beim Marktforscher GfK der Nachrichtenagentur dpa. "Die Herausforderung für die Hersteller besteht darin, Kaufanreize durch immer neue technische Spezifikationen zu bieten bei einem weitgehend gesättigten Markt in Deutschland und Europa."

Oberklasse-Modelle kämen deshalb etwa mit innovativen Formfaktoren, Metallgehäusen, mit besseren Kameras, 4K-Videofunktion, Highend-CPUs, drahtloser Ladefunktion oder hochwertigen Displays daher. Das Geschäft der Handybauer läuft gut: Allein im Jahr 2015 sollen rund 25,5 Millionen Smartphones abgesetzt werden - plus sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Kein Wunder, dass die Hersteller stetig neue Modelle auf den Markt werfen. Unter anderem Sony hat bereits angekündigt, auf der IFA ein neues Smartphone enthüllen zu wollen – angeblich mit einer besonders guten Kamera. (Das Bild zeigt das Sony Xperia M4 aus dem Frühjahr 2015).

Trend 3: Mehr Klang, mehr Räume
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Die Gerätehersteller arbeiten nicht nur an einem besseren Bild, auch den Klang wollen sie aufwerten. Für den Heimkinobereich sind derzeit Dolby Atmos und DTS:X angesagt, also Verfahren, die unter anderem einen besonderen 3D-Klang mit Höhendimensionen ermöglichen. So sollen die Zuschauer den Hubschrauber im Film tatsächlich über ihren Köpfen kreisen hören.

Außerhalb des Heimkinos wird derweil das Ende des Kabels eingeläutet. „Lautsprecher, die über W-LAN oder Bluetooth Funkkontakt mit ihren Zuspielern pflegen, zählen zu den IFA-Trendprodukten für den guten Ton“, teilt der Veranstalter mit. Durch die Verknüpfung verschiedener Boxen lassen sich so schnell Mehr-Raum-Systeme aufbauen.

Trend 4: Wearables
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Clevere Uhren und Fitness-Armbänder, die den Körper genau vermessen: Auch bei der IFA 2015 stehen „Wearables“ im Fokus. Der Trend „fördert nicht nur Sport und Spaß, er wird künftig auch telemedizinische Anwendungen stützen und somit dazu beitragen, dass ältere Menschen länger selbständig in ihren gewohnten Umgebungen leben können“, heißt es vom Messe-Ausrichter. Mit Spannung erwartet wird etwa die Vorstellung der neuen Samsung-Uhr "Gear S2" (Bild).

Trend 5: Smart Home
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„Smart Home“ ist auf der IFA seit Jahren ein Schlagwort (Bild von 2013). Langsam wird das vernetzte Zuhause aber auch für den Normalbürger greifbar. Selbst nach konservativen Schätzungen dürfte es bis 2020 mehr als eine Million Haushalte geben, die entsprechend mit moderner Haustechnik vernetzt sind, teilte jüngst der Verband der Internetwirtschaft eco mit.

Selbst einfache Haushaltsgeräte werden mittlerweile mit eingebauter Intelligenz  verkauft.  So hat die neue Waschmaschinen-Serie von Siemens-Hausgeräte eine Dosierautomatik für das Waschmittel. Sensoren erfassen Textilart, Verschmutzungsgrad und Beladungsmenge, daraus wird die benötigte Waschmittelmenge errechnet. AEG mischt in einem Modell das Waschmittel zunächst vor und sprüht es auf die noch trockene Wäsche. So soll es beim Waschen schneller wirken.

Laut einer Umfrage des Branchenverbandes Bitkom können sich immer mehr Deutsche zudem vorstellen, sich Zuhause auf smarte Helfer und Assistenzsysteme zu verlassen. Deren Fähigkeiten reichen vom Erkennen unverschlossener Wohnungstüren bis zum Fußboden, der Alarm schlägt, wenn ein Bewohner stürzt.

Mit Material von dpa

  • dpa
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