Smartphone Torch: Blackberrys Fackel der Revolution

Smartphone Torch
Blackberrys Fackel der Revolution

Im November wird das neue Blackberry Torch bei uns in den Handel kommen. Hersteller RIM selbst nennt es revolutionär und einen Quantensprung. Tatsächlich merzt es alte Probleme aus - nur die Revolution sucht man vergeblich.
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DÜSSELDORF. In den USA ist das Smartphone mit dem Berührungsbildschirm und der Auszugstastatur bereits im Handel und so haben wir uns das Arbeitsgerät - mit vorläufiger deutscher Software - einmal angesehen.

Das Kunststoffgehäuse des Testgeräts macht einen soliden, aber nicht unbedingt hochwertigen Eindruck. Das Schiebescharnier zeigte ein wenig zu viel Spiel. Die Tastatur ist, wie von Blackberry gewohnt, geräumig und präzise zu bedienen.

RIM hat seinem Flaggschiff den gleichen 624 Mhz-Prozessor spendiert wie dem Vorgänger Bold. Genau genommen ist die Hardwareplattform praktisch identisch mit dem Bold. Das reicht nur für den Innovationsfaktor Null. Positiv: Trotz der physischen Tastatur ist es gelungen, die Maße fast identisch zu halten. Das Torch ist nur einen Hauch dicker geworden. Wobei alles andere eine Katastrophe gewesen wäre angesichts der hauchdünnen Knäckebrot-Modelle von Apple und Co.

Der Programmspeicher bekam ein Update auf 512 MB Flash-Memory und es gibt nun 4 GB internen Speicherplatz für Daten (Bold: 1 GB). Der Berührungsbildschirm arbeitete im Test präzise und schnell. Statt des "Suretype"-Displays mit der gewöhnungsbedürftigen Pseudo-Klick-Methode beim Storm 2 gibt es einen normalen Berührungsschirm wie bei iPhone, Android, Nokia und Co.

Die Auflösung fällt mit 480 x 360 Pixel allerdings arg hinter die Konkurrenz zurück. Der gefühlte Bildeindruck im täglichen Arbeitseinsatz ist jedoch klar und brillant. Die Hardware des Torch bringt also definitiv keinen Quantensprung oder Leistungsschub, was auch eine positive Seite hat: Die spartanische Ausstattung sorgt immer noch für Akkulaufzeiten, von denen iPhone-Besitzer nur träumen. Ohne besondere Sparanstrengungen (z. B. GPS ausschalten) waren im normalen Betrieb ohne extensive Video- oder Musiknutzung gut zwei Tage Laufzeit kein Problem.

Die Innovation steckt im neuen Betriebssystem OS 6. Es gibt einen völlig neuen Webbrowser auf Basis der gleichen Technologie wie bei Apple oder Android, der den alten Desaster-Browser ablöst. Jetzt macht Web-Surfen mit Blackberry Spaß. Die verschachtelten Menübäume des OS 5 wurden zwar nicht abgeschafft, aber gestrafft und sinnvoll zusammengefasst. Die Universalsuche über den gesamten Datenbestand und das Internet ist sehr bequem, der Klick auf das E-Mail-Symbol der Startseite öffnet eine Übersicht aller neuen Mails, Facebookmeldungenund Kalendereinträge. Kurz gesagt: Das Betriebssystem ist, zumindest optisch, endlich auf der Höhe der Zeit.

Fazit: Torch heißt Fackel, aber ob Blackberry damit wieder Licht am Ende des Tunnels sieht, ist fraglich. Für Blackberry-Nutzer ist das Torch ein enormer Fortschritt und hält sie vielleicht vom Wechsel ab. Aber es gibt nichts, um Erstkäufer anderer Marken magisch anzuziehen. Schon gar nicht für einen Preis von voraussichtlich über 500 Euro.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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  • Den bericht über das neue blackberry finde ich sehr interessant. Es ist allerdings SEHR ÄRGERLiCH wir das Unternehmen seine Kunden iGNORiERT. Es gibt keine informationen darüber wann das Gerät auf den Markt kommt. Es ist unmöglich RiM in Deutschland telefonisch oder per email zu erreichen. Apple wird sich darüber freuen!

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