Smartphones
Androiden unter der Lupe

Lange hat's gedauert, jetzt kommt langsam Schwung in die Androiden. Gleich zwei neue Modelle heizen den Smartphone-Sommer an. Mit dem Galaxy fordert Newcomer Samsung den Platzhirsche HTC heraus. Doch die Taiwanesen schlagen heldenhaft zurück. Die neuen Smartphones im Test.

DÜSSELDORF. Mit dem Galaxy bringt Samsung, die Nummer zwei des weltweiten Mobilfunkmarktes, sein erstes außerirdisches Smartphone auf den Markt und damit gleichzeitig das erste Gerät, das nicht vom Android-Pionier HTC kommt. Doch die Taiwanesen schlagen heldenhaft zurück: Das HTC Hero setzt erstmals einen individualisierten Desktop auf das Google-Betriebssystem auf. Das große Duell des Newcomers gegen den Platzhirsch.

Samsungs Galaxy hat das mit Abstand elegantere Gehäuse. Klavierlackfinish, ganze 11,9 Millimeter dick und 114 Gramm. Dagegen wirkt das Hero etwas hausbacken mit Plastik-Charme und ist durch seinen Knick im Gehäuse rund 14,3 Millimeter hoch. Das 135 Gramm schwere HTC-Testgerät kam mit weißer, schmutzabweisender Teflonbeschichtung, die verhindern soll, dass das Gerät schon nach kurzer Zeit unansehnlich wird - ein typisches Problem bei weißen Telefonen.

HTC setzt auf den Trackball als zentrales Steuerelement, Samsung auf eine Vierwege-Wippe. Das ist einfach Geschmackssache. Zwischenfazit: Bei den Haltungsnoten gehen die Punkte klar an die Koreaner. Statt Tastaturen gibt es Touchscreens mit virtuellem Bildschirm, das AMOLED-Display von Samsung schlägt das HTC-Pendant bei gleicher Größe und Auflösung in Brillanz und Farbqualität.

AMOLED gilt als sehr stromsparend, so dass der 1 500 Milliampere-Stromspender des Galaxy für deutlich längere Standzeiten sorgen sollte als beim HTC mit TFT-LCD und 1 350 Milliampere-Akku. Doch das war im Test erstaunlicherweise nicht der Fall: Das HTC wurde nur knapp geschlagen. Samsung sollte noch mal am Strommanagement feilen.

Die 5-Megapixel-Autofokus-Kameras der Konkurrenten sind praktisch identisch, aber dem Hero fehlt ein Fotolicht. Im Praxistest half dies dem Samsung aber auch nicht weiter: Die Fotos waren nur von durchschnittlicher Qualität, so wie beim Hero auch. GPS-Unterstützung, 3,5 mm-Klinke, UMTS, W-Lan, all das ist identisch. Beim internen Speicher räumt allerdings das Galaxy mit satten acht GB ab. Der HTC-Held dämmert ohne zusätzliche microSD-Karte mit 288 MB RAM vor sich ihn. Der momentane Exklusiv-Provider T-Mobile legt wenigstens eine 2-Gigabyte-Karte dazu. Insgesamt: Bei der Hardwareausstattung liegt das Samsung nach der Papierform klar in Front.

Fragt sich, was man daraus macht. Und da schlägt die Stunde des Hero. Beide basieren auf dem Google-Betriebssystem Android in der Version 1.5 ("Cupcake"), aber während Samsung ganz überwiegend die Standard-Konfiguration von Google übernommen hat (wer G1 und Magic kennt, kann das Galaxy mit geschlossenen Augen bedienen), haben die HTC-Ingenieure alles auseinandergenommen und neu wieder zusammengefügt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Sieben individualisierbare Startbildschirme nebeneinander (Samsung drei), die per Fingerwisch angewählt werden. Eine aufgeräumte und durchdachte Benutzerführung, die ernsthaft an das iPhone erinnert.

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