Smartphones auf dem MWC
Selfie-Wunder und viel Nostalgie

Auf dem Mobile World Congress überlässt Samsung bei den Smartphones der Konkurrenz die Bühne. Und während das Retro-Handy von Nokia viel Aufmerksamkeit findet, punkten andere Hersteller mit technischen Innovationen.
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BarcelonaZumindest einen Hinweis hat Samsung gegeben: Das neue Galaxy S8 – oder wie auch immer das neue Spitzen-Smartphone heißen soll – wird Ende März vorgestellt. Ansonsten überließ der Marktführer beim Mobile World Congress (MWC) in Barcelona der Konkurrenz die Bühne. Die setzte auf Kameras, die Pickel retuschieren, ansteckbaren Assistenten und viel Nostalgie.

Nicht darüber reden, das war vermutlich keine Alternative. Also ging Samsung das Debakel um das Galaxy Note 7 offensiv an. Bei der Pressekonferenz in Barcelona zeigte der Konzern in einem Video, wie er seine Geräte testet – unter Wasser, bei Hitze, unter Druck. „Innovation ist unser Erbe, Qualität ist unsere Priorität“, stand am Ende auf der Leinwand. Die Botschaft: Wir passen auf, dass nie wieder Akkus explodieren.

Ein neues Gerät, um die Vorfälle vergessen zu machen, hatte Samsung nicht dabei – das soll erst am 29. März in einer separaten Veranstaltung gezeigt werden. Der koreanische Konzern konzentrierte sich stattdessen auf das neue Tablet-Modell Galaxy Tab S3 und das Hybridgerät Galaxy Book, das mit seinem Zwölf-Zoll-Display und seiner ansteckbaren Tastatur das Notebook ersetzen soll.

„Der Markt verändert sich gerade, die Verbraucher nutzen Tablets heute anders als vor sechs oder sieben Jahren“, sagte Samsung-Manager Jean-Daniel Ayme dem Handelsblatt. Die Geräte seien nicht mehr „nice to have“, sondern seien täglich im Einsatz, häufig als Ersatz fürs Notebook – daher brauche es eine entsprechende Ausstattung. Der Konzern zielt damit auf ein Segment des Marktes, das noch wächst: Während der Tablet-Absatz sinkt, sind 2-in-1-Geräte äußerst gefragt.

Was ist im Selfie-Zeitalter das wichtigste an einem Telefon? Dass es gute Fotos macht. Deswegen rückte der chinesische Hardwarehersteller Huawei die Kamera in den Mittelpunkt der Präsentation der neuesten Smartphones, P10 und P10 Plus. Oder besser gesagt, die Kameras. Das Gerät hat drei davon, zwei auf der Rückseite und eine auf der Vorderseite, allesamt gestaltet von Leica.

Huawei wirbt mit neuen Möglichkeiten der „Porträtfotografie“, die die Menschen vor der Linse besser aussehen lassen. So soll ein Filter wie Make-up wirken und Schönheitsfehler ausgleichen. Die Doppelkamera auf der Geräterückseite soll ohne Qualitätsverluste zoomen. Wem die Nummer 3 im Smartphone-Markt damit die Kunden abspenstig machen will, zeigt der Preis: Das P10 kostet rund 600 Euro, das P10 Plus rund 750 Euro – damit zielt das Unternehmen auf das Premiumsegment, das Samsung und Apple dominieren.

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