Smartphones
Blackberry goes Bochum

Das neue Flaggschiff des Blackberry-Herstellers Rim kommt aus dem Ruhrpott. Das Bold 2 ist deutlich kleiner und leichter als sein Vorgänger und wird noch im November auf den deutschen Markt kommen.
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BOCHUM. „Die technische Entwicklung und das Design kommen aus Deutschland“, erklärte Mike Lazaridis, Co-CEO von Rim, bei der Vorstellung des Smartphones Blackberry Bold 2 in Bochum. Das Forschungszentrum der Kanadier am Rande der Ruhruniversität Bochum wurde erst Mitte 2008 eröffnet, mittlerweile arbeiten hier 200 Industrie-Designer und Software-Ingenieure. Grund genug, den Weltlaunch des Geräts in Anwesenheit von Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) zu feiern.

Bochum hat es nicht leicht. „Hier werden nicht gerade wöchentlich Triumphe gefeiert“, so Lammert, der maßgeblich an der Ansiedlung von Rim beteiligt war. Rund 60 Prozent der Mitarbeiter sind ehemalige Angestellte des aufgelösten und nach Rumänien verlagerten Nokia-Werks. Laut Lazaridis sollen hier insgesamt bis zu 500 Arbeitsplätze entstehen. Rund 45 Mio. Euro wurden bereits investiert, weitere 20 Mio. sollen folgen.

„Der erste Bold wurde sehr gut verkauft“, so Lazaridis, der aber keine konkreten Zahlen nennen wollte. Aber "von Beginn an bekamen wir das Feedback der Kunden, das wir ihn kleiner machen sollen.“ Das sei „von Tag eins“ an die Aufgabe in Bochum gewesen.

Das Ergebnis: Der Bold 9700 ist jetzt nur noch 122 statt knapp 140 Gramm schwer und 109x60x14 mm groß. Das Display ist geringfügig kleiner als beim Vorgänger, hat aber eine höhere Auflösung. Ein zusätzlicher Media-Coprozessor beschleunigt die Videowiedergabe und entlastet Hauptprozessor und Akku.

Es ist das zweite Blackberry mit schneller HSDPA- statt EDGE-Mobilfunktechnik und das erste Gerät mit dem neuen Betriebssystem 5.0. Stark gearbeitet wurde an der Akkulaufzeit, die durchschnittliche Laufzeit bei normalem Betrieb liege jetzt laut Rim bei über deutlich über zwei Tagen, der alte Bold macht schon deutlich früher schlapp.

Das fehleranfällige mechanische Steuerelement „Pearl“ des Vorgängers wird durch einen neuen optischen Trackpad ersetzt. Die Steuerkugel "Pearl" verdreckt mit der Zeit und muss dann aufwändig durch einen Händler oder Rim gesäubert und wieder eingebaut werden. Mit der Zeit sollen alle Blackberry-Modelle umgerüstet werden. Als Hauptspeicher sind 256 MB installiert, eine 2GB microSD-Karte soll ab Werk mitgeliefert werden. Maximal werden 32 GB-Speicherkarten unterstützt.

Ab Mitte November wird der Bold 2 bei allen großen Providern verfügbar sein. Mit dem teuersten Vertrag wird das Gerät bei T-Mobile rund 110 Euro kosten, ohne Vertrag werden rund 500 Euro fällig. Leut Rim soll das alte Model parallel weiter verkauft werden.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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