Smartphones
Sony Ericsson setzt auf Android

Der Außerirdische soll’s richten: Mit dem Xperia X10 bringt der angeschlagene japanisch-schwedische Handyhersteller sein ersten Smartphone auf Basis des Google-Betriebssystems Android auf den Markt. Allerdings kommt es wohl zu spät für das wichtige Weihnachtsgeschäft.
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DÜSSELDORF. Das Xperia X10 wird einen großen 4-Zoll-Touchscreen und eine 8,1-Megapixelkamera bekommen. Ein Navigationschip, W-Lan und UMTS-Datenfunk sind integriert. Das Betriebssystem wird allerdings noch Android 1.6 („Donut“) sein, nicht die Version 2.0, wie sie bereits zum Jahresende auf den ersten Geräten von Motorola und HTC verfügbar sein wird. Das 135 Gramm schwere Gerät wird einen 1 GHz-Prozessor (Qualcomm Snapdragon QSD8250) erhalten und damit den schnellsten derzeit in Serie verfügbaren Smartphone-Prozessor. Der laut Hersteller „bis zu 1 GB“ große interne Speicher soll per microSD-Card um bis zu 32 GB erweiterbar sein.

Wie HTC und andere Hersteller auch stülpt Sony Ericsson dem Betriebssysten Android eine eigene Benutzeroberfläche auf, hier UX genannt. Die Kerneelemente werden „Timescape“ und „Mediascape“ genannt. Timescape sammelt alle Kommunikation an einem Ort und ordnet sie chronologisch an. SMS, E-Mails, Facebook oder Twitter können so in einem Durchgang verwaltet werden. Damit folgt UX einem Trend, der zuletzt vom Handheld-Pionier Palm mit seinem neuen Pre gesetzt wurde. Mit Mediascape werden lokale und online verfügbare Mediadaten auf einer Bedienoberfläche zusammen dargestellt, Inhalte sollen per integrierter Suche schneller auffindbar sein.

Verkaufsstart in Deutschland soll das erste Quartal 2010 sein, als Preisempfehlung werden rund 700 Euro ohne Vertrag genannt. Sony Ericsson hatte lange versucht, eine Hochpreispolitik im Produktmix zu fahren, damit aber letztlich die Entwicklungsländer als Märkte verloren und dann auch noch den Trend zu Smartphones verschlafen. Zuletzt wurde mit Smartphones auf Basis von Microsofts Windows Mobile experimentiert, jetzt wird auf Android umgesattelt.

Das Joint-Venture wurde 2001 gegründet und ist erst Ende 2008 überraschend der Open-Handset-Alliance beigetreten, der Vereinigung der Unterstützer des Betriebssystems Android. Diese wurde von Google entwickelt und dann der Allianz zur Verfügung gestellt wurde. Sony Ericsson steckt tief in den roten Zahlen, im dritten Quartal fiel ein Minus von umgerechnet 164 Mio. Euro an.

Die ersten Android-Mobiltelefone kamen Ende 2007 auf den Markt, noch liegt der globale Marktanteil unter zwei Prozent bei Smartphones. Nach Erwartungen vieler Analysten wird Android jedoch als Mobilfunk-Plattform spätestens 2014 Apples Smartphone iPhone überholt haben und könnte dann hinter Symbian auf den zweiten Platz vorrücken

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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