Smelly zum 1. April 2007
Eine dufte Idee

Auf der Cebit konnten es nur wenige Auserwählte sehen. Und das nur hinter geruchsdicht verschlossenen Türen. Den geheimen Prototyp des neuen "Smellys", des Geruchs-Mobiltelefons eines namhaften asiatischen Herstellers. Aber es soll uns schon 2007 ein völlig neues Telefon-Gefühl vermitteln.

HB DÜSSELDORF. "Das stinkt zum Himmel" - wer hat das nicht schon einmal gedacht, als ihm sein(e) Gesprächspartner(in) am anderen Ende der Leitung wortreich erklärt hat, warum er (sie) später nach Hause kommen wird. Nämlich, weil er gerade im schlimmsten Stau des Jahres feststeckt.

Das könnte bald als zumindest fragwürdig entlarvt werden, wenn neben leisem Besteckklappern im Hintergrund auch noch dezenter Essensgeruch aus dem Mobiltelefon kommt. Da ist der Stau doch wohl eher im Restaurant.

Der Versuch, Gerüche zur Erlebnissteigerung einzusetzen, ist nicht neu. Doch erste Ansätze im Kino scheiterten, weil es nicht möglich war, die Luft im Saal schnell genug auszutauschen. Der abrupte Szenenwechsel vom Knoblauch-Hauch in der Pizzeria in Little Italy, in der der Pate das Todesurteil über den Verräter sprach, zum Gestank aus Öl, Beton und Brackwasser der New Yorker Docks bei Nacht, in der das Urteil vollstreckt wurde, war nicht hinzubekommen.

Beim Mobiltelefon ist das anders - hier muss pro Gespräch nur eine Geruchssituation dargestellt werden. Der Duft muss nur in unmittelbarer Nähe der Nase des Telefonierers erzeugt werden.

Als Geruchsempfänger im - noch etwas klobigen - Prototyp des Smellys kommen modifizierte Sensoren aus der Industriegas-Technik zum Einsatz, wie sie etwa zum Aufspüren von Lecks in Gasleitungen verwendet werden.

Als Geruchsspender ist im Telefon in der Nähe des Mikrofons und damit der Nase ein winziger Vernebler integriert, der aus sechs Vorratstanks mit verschiedenen Ausgangsaromen gespeist wird. Die Mini-Tanks sollen kostengünstig einzeln auswechselbar sein.

Natürlich können nicht alle Düfte eins zu eins übertragen werden. Per Software wird deshalb ein zur erkannten Situation ungefähr passender Duft erzeugt. Wird als Umgebung "Restaurant" erkannt, eben ein typischer Essensgeruch. Eine Unterscheidung zwischen "Italiener" oder "Chinese" ist aber leider noch nicht vorgesehen.

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