Sony Ericsson S700i überzeugt durch edles Outfit und reichhaltige Ausstattung
Das Schweizer Taschenhandy

Edel sollte das Handy sein, hilfreich und gut, hätte Goethe vielleicht heute gedichtet. Na ja, er hätte es jedenfalls sagen können, hätte er das S700i von Sony Ericsson gekannt.

HB DÜSSELDORF. Das edle Handy mit der 1,3- Megapixel-Kamera im massiven Metall-Look ist so vielseitig, dass es problemlos als das Schweizer Messer unter den Kamerahandys durchgeht. Nicht nur, dass es wie ein Taschenmesser seitlich aufgeklappt wird. Es vereint in seinem stabilen Gehäuse zudem so ziemlich alles, was bei einem Mobiltelefon das Leben leichter oder zumindest lustiger macht. Von der Kamera über Mediaplayer, Radio und Internet bis zum Wechselspeicher.

Beim ersten Kontakt fallen das Jacken ausbeulende, hohe Gewicht - Tribut an das Metallgehäuse und den starken Akku - sowie das große Display auf. Der LCD-Schirm erfreut mit brillanten Farben und guten Kontrasten. So macht das Navigieren in der grafischen Menüoberfläche mit dem auf der Vorderseite platzierten Multifunktionsknopf richtig Spaß.

Ein seitlicher Dreh des Displayteils um 180 Grad gibt die beleuchtete Tastatur mit abgesenkten Tasten frei, die sich dank des klaren Druckpunkts sauber bedienen lässt. Vom integrierten Organizer gibt es nichts Besonders zu melden, weder in negativer noch in positiver Hinsicht. Er ist mit einigen Abstrichen businesstauglich, ersetzt aber kein Smartphone.

Nach Öffnen der Objektivabdeckung auf der Rückseite ist die Kamera direkt schussbereit. Das Handy wird quer gehalten, wie eine richtige Digicam, Auslöser oben. Die LED-Leuchte ersetzt den fehlenden Blitz nicht mal ansatzweise, dient aber zumindest als Aufhelllicht. Per Knopfdruck sind Optionen wie Nacht- oder Serienmodus abrufbar, ohne das Handy aufklappen zu müssen.

Die Fotos können im Handy oder auf dem Memory-Stick Duo abgelegt werden. Letzteres hat den Vorteil der schnellen Übertragbarkeit auf den PC - wenn ein entsprechender Adapter vorhanden ist.

Im Test ließ sich bei einer Tour durch Tokio an einem sonnigen Nachmittag eine gute Schnappschussqualität erzielen, die es wert ist, auf Fotopapier verewigt zu werden. Der gemütliche Abend im schummrig beleuchteten Yakitori-Restaurant blieb allerdings weitestgehend fotofreie Zone. Fakt bleibt: Einer guten Zwei-Megapixel-Digicam mit Blitz und optischem Zoom für 150 Euro ist der S700i immer noch weit überlegen.

Die Sprachqualität im Test war in lauter Umgebung, etwa bei stärkerem Wind, wenig überzeugend. Im Normalfall allerdings gab es nichts auszusetzen. Gespräche können bei geschlossenem Gerät angenommen und per Menü und Telefonbuch gestartet werden.

Fazit: Vielseitig, tolles Design, edles Gehäuse, aber etwas unhandlich. Trotzdem: Fotografieren mit dem Handy beginnt Spaß zu machen. Bei einem Preis von über 700 Euro hätte aber wenigstens noch ein Datenkabel im Lieferumfang sein können. Vor Sharps GX 30 oder dem S65 von Siemens muss sich das S700i jedenfalls nicht verstecken.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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