Sony Xperia Touch im Test Dieser Beamer macht Boden, Tisch und Wand zum Touchscreen

Der kompakte Beamer von Sony macht aus jeder Oberfläche einen potenziellen Touch-Bildschirm. Ob die happige Investition sich lohnt, zeigt unser Test.
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Ein Luxus-Beamer, der ein Tablet in sich versteckt - Preis: 1.500 Euro. Quelle: Sony
Der Xperia Touch von Sony

Ein Luxus-Beamer, der ein Tablet in sich versteckt - Preis: 1.500 Euro.

(Foto: Sony)

DüsseldorfBoden, Tisch, Wand oder Schrank: Das Xperia Touch ist dafür gedacht, dass man es überall hinwerfen kann. Denn hinter dem Namen verbirgt sich ein tragbarer Projektor, der laut Produktbeschreibung deutlich mehr kann als seine Artgenossen. Er verwandelt nahezu jede geeignete Oberfläche in einen interaktiven Bildschirm. Dafür hat Sony das kleine Gerät mit einer vollwertigen Android-7-Version ausgestattet, die es wie ein Tablet funktionieren lässt. Nur auf Boden, Tisch, Wände oder Schrank eben.

Erst einmal erinnert der Xperia Touch dank seines perforierten Metall-Designs eher an einen Lautsprecher als an einen Beamer. „Schlicht und elegant“ sagt Hersteller Sony, und hat damit recht. Egal wo man das Gerät hinstellt, es sorgt für wenig Aufsehen – bis man es anschaltet. Der Bildschirm entsteht überall dort ist, wo eine passende Fläche ist. Passend heißt: glatt und so hell wie möglich.

Durch den Zugang zu Google Play kann der Nutzer aus dem Vollen schöpfen. Mit Hilfe der persönlich bevorzugten Apps kann man über den Projektor chatten, auf Google Maps den schnellsten Weg zum Hauptbahnhof nachschauen, Youtube-Videos ansehen und den Endgegner in seinem Lieblingsspiel bezwingen. Jedenfalls so lange, wie man den internen Speicher von 32 Gigabyte nicht überstrapaziert. Der ist aber über externe Speicherkarten aufrüstbar.

Scharfe Bilder auf weißen Flächen

Für unseren Test eignete sich die brandneue Büroumgebung der Handelsblatt Media Group ganz hervorragend. Denn nach weißen Wänden und (noch) unbespielten Flächen mussten wir nicht lange suchen. Nichtsdestotrotz taten sich auch hier Probleme auf. Denn der Xperia Touch macht sich am besten im Dunkeln. So galt es erst einmal herauszufinden, wo sich die Bewegungssensoren für die Bürobeleuchtung ausschalten lassen.

Einige Runden Super Mario Land, Solitär und andere Spiele später haben wir dem Xperia Touch die Daseinsberechtigung fürs erste abgekauft. Die Farben kommen gut rüber, das Bild ist scharf, die Touch-Erkennung, der Zoom und die Steuerung mittels mehrerer Finger überzeugen, nur hin und wieder werden Berührungen doppelt registriert. Lästig wird es auf Dauer, wenn man die Position des Beamers verändert. Denn dann wird automatisch das projizierte Bild abgeschaltet, damit keine falschen Touch-Signale registriert werden. Nach wenigen Sekunden geht es aber weiter.

Der Xperia Touch lässt sich übrigens auch zum Fotografieren, Videodrehen und Videotelefonie verwenden. Allerdings geht das nur, wenn an die Wand projiziert wird, denn die Kamera ist zusammen mit den anderen Bedienelementen auf der Oberseite des Gerätes angebracht. Die Zwei-Wege-Lautsprecher, die im Xperia stecken, liefern bei den getesteten Anwendungen grundsätzlich einen überzeugenden Klang. Wem die mitgebrachte Leistung nicht reicht, der kann per Bluetooth auch externe Boxen anschließen. Der Lüfter gibt ein konstant leises Rauschen von sich, das aber nicht weiter stört, obwohl man sich nutzungsbedingt unmittelbar neben dem Gerät aufhalten muss.

Gadget mit eingeschränktem Spaßfaktor
Ein Tablet im Beamer
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Während andere Hersteller sich bislang bemühten, einen Mini-Beamer in ein Tablet oder ein Smartphone zu integrieren oder daran anzudocken, kommt Sony aus der anderen Richtung anmarschiert: Mit dem Xperia Touch steckt der Hersteller ein Tablet in einen kleinen Beamer.

Überschaubare Ausstattung
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Viel ist nicht drin im Karton. Das Xperia Touch kommt mit Informationsblättchen und Ladekabel. Der Beamer selber liegt größentechnisch im Bereich einer Lunchbox und wiegt dabei ein knappes Kilo. Das Ladekabel misst einen Meter.

Ordentlich aufgereiht
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Die Bedienelemente sind übersichtlich auf einer schmalen Seite an der Oberfläche aufgereiht. Mit berührungssensitiven Feldern schaltet man das Gerät ein und aus und regelt die Lautstärke. 

Nur das Wichtigste
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Mit den Anschlüssen war Sony beim Xperia Touch recht sparsam. Neben dem Micro-HDMI-Anschluss ist nur eine USB-C-Schnittstelle vorhanden, die aber in der Regel mit dem Netzteil belegt sein dürfte. Den internen 32-GB-Speicher kann man bei Bedarf mit einer microSD-Karte erweitern.

Schnell am Start
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Einmal angeworfen geht alles ganz fix. Das Einrichten des Google Kontos, die Anmeldung im WLAN und die Installation der lebenswichtigsten Apps dauerte im Test nur ein paar Minuten. 

Wie ein virtuelles Tablet
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Bedienen lässt sich das Xperia Touch sodann wie jedes andere Android-Gerät auch - schließlich ist ja dieselbe Software integriert. Alles lässt sich auf dem Screen nach Wunsch anordnen und sortieren. 

Nichts für lange Texte...
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Die Touch-Erkennung auf der Tastatur funktioniert erstaunlich gut. Für das gewohnte 10-Finger-System liegen die projizierten Tasten allerdings etwas zu weit auseinander. Romane schreiben sollte man also besser mit einem anderen Gerät. 

Auch in kleineren Besprechungen im Büro hat sich der Beamer als Präsentationshilfe ganz gut geschlagen – am besten auf dem Tisch, wo die Berührungen am besten erkannt werden. An der Wand funktioniert auch alles nach Vorschrift, allerdings geht einem hier schnell der eigene Schatten auf die Nerven. Für die Projektion greift Sony übrigens auf seine SXRD-Technologie zurück. Das ist nichts weiter als Sonys eigener Name für LCoS (Liquid Crystal on Silicon) und eine Variante der LCD-Technologie. Sie ermöglicht unter anderem eine kompaktere Bauweise und schärfere Bilder. Im nicht vergrößerten Fall projiziert unser Beamer damit eine 23 Zoll große Bilddiagonale, auf der ein Infrarotsensor die Berührungen erkennt. 

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