Sonys High-End-Kinoprojektor Qualia 004
Spielzeug für Spielbergs Filme

Also, so einfach geht?s nicht. Etwas Mühe müssen Sie sich schon geben, wenn Sie einen Qualia 004 erwerben wollen.

HB DÜSSELDORF. Sie müssten schon eben in Las Vegas in den Einkaufsarkaden des legendären Caesar?s Palace vorbeischauen oder dem Qualia-Laden an der vornehmen New Yorker Madison Avenue einen Besuch abstatten. Oder Sie warten noch etwas, dann soll das Flaggschiff der Heimkinoprojektoren auch bei dem einen oder anderen deutschen Händler zu ordern sein.

Neben dem Gefühl der absoluten Exklusivität bietet der Bildwerfer dann als Entschädigung aber auch einen Heimkinogenuss, der seinesgleichen sucht. Das Weekend Journal konnte auf der Computermesse Cebit hinter verschlossenen Türen schon einmal einen Blick auf das edle Stück werfen, das ab Juli ab rund 30 000 Euro verfügbar sein soll.

Das Gehäuse ist Untertreibung pur. Klare Linien, mattschwarz, eine dezent umlaufende silberne Zierleiste. Fernbedienungen gibt es gleich zwei: eine umfangreiche für die Grobeinstellungen und die futuristische Minimalsteuerung mit nur fünf Knöpfen für den Alltagsbetrieb. Das hat was. Als Kraftquelle feuert eine 700 Watt starke Xenon-Lampe ihr Licht auf drei spezielle LCD-Chips. Xenon deshalb, weil es vom Spektrum her dem Tageslicht am nächsten kommt. Ein wichtiges Detail für die naturgetreue Farbwiedergabe, die den Qualia 004 auszeichnet. DieChips - für jede Grundfarbe einer - sind reflektiv, werden also nicht (wie beim LCD-Fernseher) von hinten durchleuchtet. Eine Spiegelschicht hinter den Chips wirft vielmehr das Licht zurück auf ein kompliziertes Umlenksystem und von da auf die Leinwand. Das Ergebnis ist eine hohe Lichtausbeute und ein fast pixelfreies Bild. Die bei LCD-Geräten unvermeidlichen Stege zwischen den Bildpunkten konnten mit dieser Technik auf ein Minimum verringert werden.

Qualia 004 - das heißt Emotionen, großes Kino, Hollywood und sonst gar nichts. Damit schaut man sich keinen Schimanski an, nicht die Tagesschau und schon gar nicht die deutsche Nationalmannschaft. Da wäre jede Minute Brenndauer der sündhaft teuren Lampe rausgeschmissenes Geld. Schließlich durften die Sony-Techniker hier aus dem Vollen schöpfen. Jedes Detail ist ausschließlich für das Filmerlebnis optimiert. Was das bedeutet, zeigt sich, wenn Kinofilme in digitaler Top-Qualität per hochauflösendes Fernsehen auf die Leinwand kommen. Ein Vergnügen, das deutschen Käufern leider noch nicht vergönnt ist. Insofern ist der Qualia eine reine Investition in die Zukunft.

In Hannover standen für den optischen Test ein normaler DVD-Spieler und ein Blu-Ray-Zuspieler mit der hochauflösenden Version von "Spiderman 2" für Vergleiche zur Verfügung. Bildschärfe und Auflösung waren schlicht beeindruckend und Schwarz war wirklich (fast) schwarz, immer noch ein kritischer Punkt bei allen LCD-Geräten.

Auf Installation und erste Einmessung und Einregulierung des Geräts soll nicht eingegangen werden - das macht besser der Händler zusammen mit dem neuen Besitzer in einer ausführlichen Sitzung. Wer seinen neuen Mercedes beim Händler abholt, lässt sich auch nicht einfach Schlüssel und Papiere zuwerfen.

Fazit: 30 000 Euro sind eine Menge Geld. Dafür liefert das Sony Flaggschiff Leistung, für die man vor ein paar Jahren noch das Dreifache gezahlt hätte. Und das "gesparte" Geld investiert der Kinofanatiker ja wieder in eine entsprechende Leinwand und die standesgemäße Tonanlage. Dann ist er sowieso schnell wieder bei 100 000 Euro.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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