Spiele-Handheld
Nintendo führt Kopierschutz beim Nintendo DS ein

Nintendo hat damit begonnen, Spiele für Nintendo DS und DSi mit einem Kopierschutz zu versehen. Das erklärte Satoru Iwata, Präsident von Nintendo, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Damit soll der massiven Verbreitung von Raubkopien begegnet werden. Zudem kündigte Iwata an, auch juristisch gegen Raubkopierer vorzugehen.

LOS ANGELES: Hintergrund für die Einführung des Kopierschutzes ist ein massives Ansteigen der Raubkopien in den vergangenen Monaten. Der Kopierschutz wird zunächst als Hardware auf der Spiele-Speicherkarte integriert sein. Alle Nachfolgemodelle nach der DSi werden auch über einen neuen zusätzlichen Kopierschutz im Gerät verfügen. "Wir haben etwas spät reagiert", räumte Iwata ein.Eine der großen Herausforderungen werde sein, die Kompatibilität der kommenden Hardwaregeneration mit den Vorgängern sicherzustellen.

Die Gameboy-Nachfolger Nintendo DS und DSi wurden zusammen weltweit bisher rund 100 Mio. mal verkauft. In jüngster Zeit tauchen immer mehr Adapterkarten im Format des Gameslots der DS-Modelle auf, die dann mit einer MicroSD-Karte versehen und mit kopierter Software aus Tauschbörsen gefüllt werden. Die Konsole akzeptiert diese Karte dann wie das Original. In Zukunft soll das nicht mehr der Fall sein, weil die kopierte Software den Hardwareschutz des Originalspeichers nicht findet und nicht mehr startet. Besonders weit verbreitet ist das Raubkopierproblem bei der DS in südeuropäischen Ländern und Asien. "Wir verlieren massiv Umsatz", so ein Softwarehersteller, der ungenannt bleiben wollte, gegenüber dem Handelsblatt.

Nintendo hat laut Iwata ebenfalls damit begonnen, Anbieter der Adapterkarten systematisch zu verklagen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent
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