„Star Wars Jedi Challenges“ im Test Die virtuelle Macht ist mit dir

„Star Wars“ ist die Macht, nicht nur an den Kinokassen. Lenovo und Disney hieven das Videospielerlebnis dazu in die Augmented Reality. „Jedi Challenges“ bietet ein fast echtes Lichtschwert – und tatsächlich Spielspaß.
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Schon beim Auspacken überkommt dem geneigten Fan die wohlige Gänsehaut. Quelle: Alexander Möthe
So sieht das Set aus

Schon beim Auspacken überkommt dem geneigten Fan die wohlige Gänsehaut.

(Foto: Alexander Möthe)

DüsseldorfIn den Filmen der „Star Wars“-Reihe sind Hologramme ein fester Bestandteil von Training und Kommunikation. Die digitalen, dreidimensionalen Abbilder von Personen – sagen wir: Prinzessin Leia – und Gegenständen – sagen wir: der Todesstern – sind eine der technischen Visionen, die ein bisschen von der Realität eingeholt wurden. Auch, wenn im Alltag dafür ein bisschen gemogelt werden muss. Mit Augmented Reality Systemen zum Beispiel, die dem Auge gerne mal eine solche Projektion vorgaukeln. Und genau so ein System schlägt nun den Bogen zurück zu den Stars-Wars-Hologrammen. Das Videospiel „Jedi Challenges“ von Lenovo und Disney kombiniert die vielleicht stärkste Franchise-Marke dieser Galaxie mit irdischer Technik.

Das Prinzip ist so einfach wie wirkungsvoll: Über eine Brillenapparatur gibt einem die App nebst zugehöriger Ausrüstung die Möglichkeit, wirklich in den Star-Wars-Kosmos abzutauchen. Und zur Ausrüstung gehört neben einem aktuellen Smartphone auch ein Lichtschwert. Die nächsten Schritte? Erst der Bedienungsanleitung, dann der Macht vertrauen.

Fans bekommen tatsächlich schon beim Auspacken, dem „Unboxing“, große Augen und euphorisches Magenkribbeln. Denn zuoberst im Karton des rund 300 Euro teuren Geräts findet sich besagtes Lichtschwert. Nun, ein Griff, der Filmrequisite täuschend nachempfunden. Es liegt recht schwer und wertig in der Hand, so – ungefähr – muss sich ein echter Jedi fühlen.

Die anfängliche Euphorie ist auch ein bisschen notwendig, denn das Gesamtpaket macht es einem nicht ganz einfach. Kern des Ganzen ist unter der AR-Brille ein leistungsstarkes Smartphone. Ob Android oder iOS ist dabei erst einmal egal, die Kompatibilität mit halbwegs aktuellen Modellen wird nach und nach ausgebaut. Im Moment geht es beim iPhone 6 los, bei Samsung muss es schon mindestens ein S7 sein. Google Pixel und LG tun es auch, das private Huawei P10 funktionierte ebenfalls, wenn auch nicht in der Liste aufgeführt. Das offizielle Mobiltelefon zum Spiel ist das Lenovo-eigene Moto Z² Force Edition, was in diesem Fall als Testgerät mitbenutzt werden konnte.

Vor das Eintauchen in virtuelle Welten hat der Hersteller die App gesetzt. Und die kommt mit happigen 663 MB Downloadgröße um die Ecke. Das dauert ein Momentchen, dafür braucht es während des Spiels keine aktive Internetverbindung. Die App zieht sich in der Regel erst noch Updates, dann werden die mitgelieferten Geräte kalibriert. Überraschend zauderhaft zeigt sich, sowohl beim Huawei als auch dem Moto, die Bluetooth-Verbindung zum Lichtschwert (ich werde nicht müde, es zu schreiben). Leuchtet es erst einmal blau, stimmt alles. Die Hardware ist insgesamt etwas hakelig, das Telefon muss über einen von VR-Brillen bekannten Rahmen ins „Mirage“-Headset gepfercht werden. Die Justierung erfolgt über App (Huawei) oder physisch über Klemmen (Moto, Bildschirmgröße voreingestellt).

Das Gute an der Brille: Man sieht selbst nicht, wie dämlich man eigentlich mit dem Gerät auf dem Kopf aussieht. Quelle: Alexander Möthe
Redakteur im Kampfeinsatz

Das Gute an der Brille: Man sieht selbst nicht, wie dämlich man eigentlich mit dem Gerät auf dem Kopf aussieht.

(Foto: Alexander Möthe)

Über die USB-Anschlüsse werden Smartphone und Brille verbunden, das Gestell eingesetzt und schon kann es losgehen. Wobei im Test grundsätzlich dreimal das Gestellt falsch herum eingesetzt wurde, bevor es richtig saß. Und ich grundsätzlich das Telefon zu früh im Schacht versenkte – schließlich muss zu Beginn noch auf dem Display getippt und gewischt werden. Die Ersteinrichtung dauerte insgesamt rund eine halbe Stunde. Ist alles erst einmal eingerichtet, dauert die Montage im Schnitt zwei Minuten. Das ewige Rein und Raus ist lästig, aber notwendig. Denn wer möchte sein Handy dauerhaft im AR-Set versenken – und es nie mehr ausschalten?

Direkt der erste Eindruck entschädigt für die Wartezeit. Wer Star-Wars-Fan ist, wird sofort reingesogen. Zum einen über die Optik. Dort, wo der enthaltene Sender - eine faustgroße Knautschplastikkugel – im möglichst freien Raum aufgestellt wird, entstehen gestochen scharfe und greifbare Filmwelten. Alles beginnt, wie in Episode 1, auf dem Planeten Naboo. Die dreidimensionale Sternenkarte, die auftretenden Hologramme, die Jedi-Meisterin, die den Spieler unterweist – das alles sieht vertraut und beeindruckend echt aus. Dadurch, dass die Figuren nicht durchgehend texturiert sind, fallen keinerlei Pixelfehler oder Detailschwächen ins Auge. Es mutet alles wie ein Gefechtskommandostand der Rebellen an.

Hitzige Schlachten
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