Start des iPhones von Apple
Telekom überlässt Jobs die große Bühne

„Ich bin schon ein bisschen aufgeregt.“ Telekom-Chef René Obermann packte unmittelbar vor der Präsentation des neuen Apple-Handys iPhone am Mittwoch in Berlin das Lampenfieber. Dabei hatte der 44jährige Top-Manager an diesem Tag keine große Rolle zu spielen.

dpa BERLIN. Die Deutsche Telekom hatte zur Ankündigung der Vermarktung des iPhones die große Bühne in ihrer Hauptstadt-Repräsentanz fast komplett Apple-Chef Steve Jobs überlassen.

Der Apple-CEO spulte routiniert sein Programm herunter, das in wesentlichen Teilen seinem Auftritt am Tag zuvor in Großbritannien glich. In London lobte Jobs den Provider O2 als Partner, in Berlin erklärte er T-Mobile zum „besten Netz in Deutschland“. In London rief er 269 Pfund als Preis für das iPhone auf, in Berlin 399 Euro. In beiden europäischen Hauptstädten musste Jobs die Entscheidung von Apple rechtfertigen, warum sein Unternehmen bei der ersten iPhone-Generation auf die Nutzung der dritten Mobilfunkgeneration (UMTS) verzichtet. „Wir legen viel Wert darauf, dass man am Tag acht Stunden lang mit dem iPhone telefonieren, surfen und Musik hören kann. Mit den derzeit verfügbaren UMTS-Chips hält der Akku nicht so lange.“

Der Konkurrenz durch Handyhersteller wie Nokia sieht Jobs gelassen entgegen: „Der Hauptunterscheidungspunkt für Mobiltelefone wird künftig die Software sein“, sagte der Apple-Chef. „Ich gehe schon davon aus, dass es irgendwo Burschen gibt, die in Sachen Software noch smarter sind als wir. Aber die Software möchte ich erst einmal sehen.“

Das Selbstbewusstsein des in Turnschuhen, Jeans und schwarzem Rolli auftretenden Apple-Ceos übertrug sich in Berlin nur in homöopathischen Dosen auf die Anzugträger der Deutschen Telekom. T-Mobile-Chef Hamid Akhavan verkündete zwar stolz, dass das „derzeit beste Mobilfunkgerät bald im besten deutschen Netz“ funken werde. Den drängenden Fragen nach den konkreten iPhone-Tarifen von T-Mobile wich Akhavan jedoch aus. T-Mobile will wohl der Konkurrenz nicht zu viel Detailinformationen geben, um sich auf den Marktstart des iPhones am 9. November vorzubereiten. Auf die Zugkraft des Apple-Handys alleine will sich T-Mobile jedenfalls nicht verlassen.

Dabei hätte T-Mobile im Vergleich zum Apple-Partner O2 in Großbritannien gute Gründe, mit etwas breiterer Brust aufzutreten. Während das Edge-Netzwerk von O2 nur etwa 30 Prozent der britischen Insel abdeckt, hat T-Mobile sein Edge-Netzwerk in Deutschland bis zum Jahresende flächendeckend ausgebaut. Um das Fehlen der UMTS-Funktion beim iPhone zu kompensieren, können die Apple-Kunden in Deutschland allein auf rund 8 600 „Hotspots“ für das schnelle „Wireless LAN“ von T-Mobile ausweichen.

In Großbritannien mussten Apple und O2 dafür auf den Hotspot-Anbieter Cloud ausweichen. „Als wir vor Jahren in den USA in den Markt für Wlan-Hotspots eingestiegen sind, haben uns viele ausgelacht“, sagte ein Telekom-Manager am Rande der Präsentation in Berlin. „Vielleicht verstehen die Kritiker jetzt, was man mit Hotspots anfangen kann.“

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