Start-up
Software wählt den günstigsten Tarif

Handys mit mehreren Sim-Karten sind nicht neu. Eine Software, die Gespräche über den jeweils billigsten Anbieter abwickelt, schon. Durch so genanntes Tarifsharing und den Einsatz von Dual-Sim Handys will das Düsseldorfer Start-up Youngtel das Mobiltelefonieren billiger machen – sehr zum Unmut der etablierten Netzbetreiber.

DÜSSELDORF. Trotz Flatrate und Billigtarifen verdienen die Mobilfunkanbieter immer noch ganz gut. Das lockt kleinere Firmen, die versuchen mit einer pfiffigen Idee etwas von dem Umsatz abzuzweigen. Das ist aber gar nicht so einfach, denn die Netzbetreiber versuchen das so weit es geht zu verhindern.

Jüngstes Beispiel: Der junge Düsseldorfer Mobilfunkspezialist Youngtel hat ein Verfahren entwickelt, mit dem er Tarifmodelle verschiedener Netzbetreiber so kombinieren kann, das neue kostengünstige Angebote herauskommen. Das funktioniert auf Basis der Dual-Sim-Technik, mit der in einem Handy Telefonkarten von zwei unterschiedlichen Netzbetreibern gleichzeitig genutzt werden können. Beide Karten sind dabei ständig im Netz eingebucht und sende- beziehungsweise empfangsbereit.

Dual-Sim-Handys gibt es schon seit längerem. Sie wurden zunächst nur für den asiatischen Markt produziert und waren in Deutschland nur über das Internet erhältlich. Erst seit Anfang des Jahres werden sie auch in Elektronikmärkten wie Mediamarkt, Saturn oder von Online-Versendern wie Conrad, Technik-direkt, Photo-Porst oder Amazon angeboten.

Da die Dual-Sim-Technik nicht nur dazu genutzt werden kann, private Telefongespräche von geschäftlichen zu trennen oder aber bei einem längeren Auslandsaufenthalt billiger über eine ausländische Netzkarte zu telefonieren, gibt es die Handys bis heute nicht in den Läden der Mobilfunkanbieter. Diese haben kein Interesse an deren Verbreitung. Denn durch geschicktes Kombinieren zweier Anbieter – sogenanntes Tarifsharing – könnten Nutzer mit Dual-Sim-Handys auch billiger telefonieren.

Youngtel hat das Tarifsharing nun automatisiert. Das Start-up hat eine Software entwickelt, die – wenn sie auf dem Mobiltelefon installiert ist – Gespräche über den billigsten Anbieter routet. „Ziel ist es, möglichst alle Gespräche nur noch netzintern zu führen, also beispielsweise von Vodafone zu Vodafone oder E-Plus zu E-Plus, was in vielen Tarifmodellen am billigsten ist“, erläutert Youngtel-Geschäftsführer Stefan Asthoff.

Die Orientierung erfolgt dabei über die Vorwahlen der einzelnen Netzbetreiber. Probleme gibt es allerdings bei sogenannten portierten Rufnummern, die bei einem Anbieterwechsel mitgenommen worden sind. Dann kann die Software auch mal fälschlicherweise die teurere Verbindung anwählen. Das sieht der Kunde aber erst später auf seiner Mobilfunkrechnung. Spätestens dann sollte er den Eintrag im Adressbuch mit einem Hinweis auf das tatsächliche Netz ergänzen. „Langfristig hoffen wir auf die Datenbanken der Netzbetreiber zugreifen zu können, in denen die portierten Rufnummern gelistet werden“, sagt Asthoff. Dann könne die Software die Zuordnung selbst vornehmen. Experten bezweifeln jedoch, dass die Mobilfunkfirmen den Zugang erlauben werden.

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