Stiftung Warentest
Ticket-Kauf per Handy noch schwierig

Der Kauf von Fahrscheinen über Ticket-Apps funktioniert noch nicht reibungslos. Von 14 getesteten Programmen kam keines über die Note befriedigend hinaus. Die Tester sehen keine Anzeichen zur schnellen Besserung.
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BerlinTicket-Apps, mit denen Fahrgäste bargeld- und papierlos Fahrscheine für den Nahverkehr kaufen können, sind noch nicht ausgereift. Zu diesem Ergebnis kommt die Stiftung Warentest in einem am Donnerstag veröffentlichten Test von 14 solcher Apps. Keines der Programme kam demnach über die Note befriedigend hinaus.

In der praktischen Anwendung funktionierten die Apps zwar recht gut, doch sei das Angebot an Fahrkarten beschränkt, Anmeldung und Installation oft umständlich, lautet das Fazit der Tester. Wirklich geeignet seien die Apps nur für Gelegenheitsfahrer und Touristen. Denn die Möglichkeiten, eine Monatskarte oder Mehrfachfahrkarte zu kaufen, seien beschränkt. Den günstigsten Tarif müsse sich der Verbraucher zudem selbst suchen, und die Abrechnung sei unübersichtlich – „alles in allem ein eher mittelmäßiger Service“, heißt es im Testbericht. Das zeigt sich auch im Ergebnis. Von 14 getesteten Nahverkehrs-Apps erhielten elf die Note befriedigend, drei die Note ausreichend.

Getestet wurde in Hamburg, Berlin, Köln, München, Frankfurt am Main, Dresden und Düsseldorf. Die jeweils angebotenen Apps prüften die Verbraucherschützer in der Apple-Ausführung und in der Android-Version. Entscheidend für das Ergebnis war, wie einfach und unkompliziert sich der Ticketkauf gestaltet sowie die Vollständigkeit und Genauigkeit der angebotenen Verkehrsinformationen. Außerdem floss in die Wertung ein, ob Installation und Anmeldung problemlos funktionierten.

Am besten schnitt die App des Münchner Verkehrsverbundes mit der Note 2,7 ab. Diese Note erhielt auch die Navigator-App der Deutschen Bahn, die die Tester für den Fernverkehr prüften. Sie bietet demnach zwar umfangreiche Informationen, „der Kauf von Bahntickets klappt aber nur befriedigend“. Im Nahverkehr sei der DB Navigator kaum hilfreich, Tickets lassen sich über ihn nicht kaufen.

Bis Fahrschein-Apps Fahrkartenautomaten ablösten, „wird wohl noch viel Zeit vergehen“, erklärte die Stiftung Warentest. Das liege auch daran, dass die meisten der rund 500 deutschen Nahverkehrsbetriebe eigene Lösungen suchten statt eine gemeinsame. Daran werde jedoch derzeit gearbeitet.

Ziel ist eine App, mit der Bahnfahrer deutschlandweit Fahrkarten für den Nahverkehr kaufen können, egal in welchem Verkehrsverbund sie sich befinden. Ein Problem bleibt bei allen App-Lösungen, wie Stiftung Warentest betonte: der Handyakku. Ist das Smartphone leer und das Ticket wird nicht angezeigt, bliebe den Verkehrsunternehmen bislang nichts anderes übrig als Kulanz.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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