Surface Book 2
Microsofts neue MacBook-Jäger

Der Krieg der Laptops geht weiter. Gleich zwei neue Surface Books sollen Apples erfolgreiches MacBook Pro herausfordern. Microsoft ist zum Erfolg verdammt, um im Konkurrenzkampf zu bestehen.
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San FranciscoGerade noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft überarbeitet Microsoft seine Hardwarepalette und fügt zwei neue Surface Books dem wachsenden Sortiment zu. Zum bekannten Surface Book mit 13,5-Zoll-Bildschirm gesellt sich ab Mitte November eine größere Variante mit 15-Zoll-Display. Ziel ist Erzfeind Apple und dessen MacBook Pro mit 13- und 15-Zoll-Bildschirmen. Und Panos Panay, Chef der Hardwaresparte in Redmond, macht auch keinen Hehl daraus: „Die Surface Books 2 sind in der Grafikleistung fünfmal so stark wie die erste Generation und doppelt so stark wie Apple MacBooks“, verspricht er bei der Präsentation in San Francisco.

Das Markenzeichen der Surface Books ist ihr unverwechselbares Scharnier, mit dem Bildschirm und Tastatur verbunden sind. Es klappt nicht ein, es rollt sich auf. Im zusammengefalteten Zustand lässt das Scharnier zur Rückseite hin eine sichtbare Öffnung, die sich dann zur Vorderkante hin schließt. Das ist für manche Käufer gewöhnungsbedürftig.

Ein Druck auf einen Knopf, ein sanfter Zug am Bildschirm, und aus dem Laptop wird ein vollwertiges Tablet mit Windows 10 Pro. Oder das Tablet wird einmal um die eigene Achse gedreht wieder angeflanscht und dient dann als Touchscreen-Monitor, auf dem man Filme schauen oder Texte wie auf einem leicht angewinkelten Standmonitor lesen kann.

Das futuristische Design des ersten Surface Books wurde nicht geändert. Das minimalistische, matt-silberne, aus zwei Blöcken aus dem Vollen gefräste Magnesium-Gehäuse ist zeitlos, der ohnehin großzügige und hintergrundbeleuchtete Tastasturteil der ersten Generation mit Metalloberfläche und großem Glas-Touchpad ist in der 15-Zoll-Ausgabe noch arbeitsfreundlicher. Bei den neuen Surface Books weicht der frühere externe Videoausgang einem USB-C-Anschluss mit Video-Funktion. Ansonsten gibt es das volle Programm an Anschlüssen, so wie bei Microsoft gewohnt: von SD-Kartenleser bis zum USB-Port und Kopfhöreranschluss. Die Stereo-Lausprecher bekommen Dolby-Technologie spendiert.

Microsoft forciert diese Idee der sogenannten „Convertables“, die den Laptop zum Allroundwerkzeug machen soll, quasi das Schweizer Taschenmesser der PC-Industrie. Die noch sehr junge Geschichte der PC- und Tabletfertigung in Redmond hat schon viele Höhen und Tiefen gesehen. Der jüngste Nackenschlag war eine Rücknahme der Kaufempfehlung für Microsofts Laptops und Tablets durch „Consumer Report“, quasi die Stiftung Warentest in den USA. In den Labortests hätten die Geräte hervorragend abgeschnitten, aber die mögliche Ausfallrate sei zu hoch, heißt es. Bis zu 25 Prozent der Käufer könnten bis zum Ende des zweiten Jahres mit Schäden rechnen.

Microsoft wiederspricht dem vehement. Aber der Imageschaden ist da, und Analysten spekulieren schon darauf, wie lange CEO Satya Nadella, der auch das Nokia-Desaster zügig bereinigt hat, an der verlustbringenden Sparte festhalten wird.

Doch eines ist klar: Eine Einstellung der PC-Hardware von Microsoft wäre nicht nur das Eingeständnis einer schweren Niederlage. Es würde gleichzeitig auch das faktische Aus der Microsoft Stores bedeuten, die nach dem Vorbild der Apple Shops in immer mehr Städten aus dem Boden schießen. Irgendwas muss man ja schließlich zu Verkaufen haben.

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