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T-Mobile geht in die Offensive

Deutschlands führender Mobilfunkanbieter T-Mobile geht nach einer Schwächephase in die Offensive: Mit höheren Werbeaufwendungen und aggressiveren Preisen wollen die Bonner ihre Spitzenposition in Deutschland verteidigen und im Auslands zulegen. Die Kraft dazu holt Vorstandschef Rene Obermann aus dem über Plan verlaufenden Sparprogramm, das dem Unternehmen Spielraum für Tarifsenkungen gibt.

dpa-afx BONN. Die Früchte ihrer Arbeit erntete die Mannschaft um Obermann bereits im zweiten Quartal, als die zuletzt schwächelnde deutsche Tochter bei der Kundenzahl die Marke von 28 Millionen übersprang. Mit einem Zuwachs von deutlich über 400 000 neuen Nutzern verzeichnete die Telekom-Tochter den höchsten Zuspruch seit acht Quartalen und stellte damit die Konkurrenz in den Schatten.

Als Grundstein des Erfolges sieht Obermann das Programm "Save for Growth", mit dem er bis Ende kommenden Jahres europaweit eine Milliarde Euro einsparen will. Die Hälfte der Summe wollen die Bonner in mehr Service, neue Produkte und Tarifsenkungen investieren. "Das Programm ist sehr wichtig, um die guten Margen zu halten und auch im härten Wettbewerb aggressiv vorgehen zu können", sagte Obermann der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-afx. Nach seinen Angaben wird das Einsparziel von einer halben Mrd. Euro in diesem Jahr übertroffen.

Mit dem Geld aus dem Sparprogramm will der gebürtige Krefelder nun in die Offensive gehen: "Wir sind damit einen wichtigen Schritt nach vorne gekommen, um die verschärften Wettbewerbsbedingungen aushalten zu können." Von Billiganbietern wie Simyo und Tchibo/O2 will sich T-Mobile nicht treiben lassen. "Wir können die Entwicklung bestimmen", sagt Obermann. Mit dem Markteintritt von Simyo hat sich der Preisdruck in Deutschland verschärft, und Experten halten eine Halbierung des derzeitigen Preisniveaus auf zehn Cent innerhalb eines Jahres für möglich. Dank der Einsparungen kann T-Mobile den Preiskampf zumindest zum Teil mitgehen.

Auch wenn Obermann über die Entwicklung im zweiten Quartal schweigt, so bestätigt er, dass die Werbeausgaben hochgefahren wurden. "Dies und zusätzliche Investitionen in die Kundengewinnung haben T Deutschland-Mobile ein enormes Kundenplus beschert", sagt ein Brancheninsider, der ungenannt bleiben will. Er wertet das gute Abschneiden als "Befreiungsschlag" für Obermann. Der ehemalige Eishockey-Spieler war im Telekom-Konzern wegen der schwachen Entwicklung im Auftaktquartal unter Druck geraten.

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