Telekom-Tochter steigt in den Mobilfunk-Discount ein
T-Mobile öffnet Netz für Billiganbieter

Nach E-Plus öffnet auch der deutsche Mobilfunkmarktführer T-Mobile sein Netz für Billiganbieter. Die Telekom-Tochter lässt zwei Anbieter auf ihr Netz: Easymobile und Klarmobil, eine neu gegründete Tochter des Mobilfunkanbieters Mobilcom.

DÜSSELDORF. Easymobile ist ein Gemeinschaftsunternehmen des dänischen Telekom-Konzerns TDC und des britischen Mischkonzerns Easy, der 1995 mit der Fluggesellschaft Easyjet an den Start ging. Am Freitag war in Deutschland bereits der Mobilfunkdiscounter Blau auf den Markt gekommen, der das Netz von E-Plus nutzt.

Die neuen Billiganbieter läuten eine weitere Runde im Preiskampf des deutschen Mobilfunks ein, dem sich selbst der Marktführer T-Mobile nicht entziehen kann. Losgetreten wurde die Entwicklung von dem drittgrößten mobilen Netzbetreiber E-Plus, der Ende Mai die Billigmarke Simyo gründete. Sie vertreibt im Internet Guthabenkarten, mit denen Nutzer für 19 Cent pro Minute telefonieren und für 14 Cent eine Kurznachricht (SMS) verschicken können.

Auch die drei neuen Anbieter machen ihr Geschäft in World Wide Web. Klarmobil und Blau unterbieten das Simyo-Angebot bei Gesprächsminuten und Kurznachrichten um etwa einen Cent. Das Blau-Angebot gilt allerdings nur für die ersten 100 000 Kunden bis Ende Oktober. Easymobile wird erst im Laufe des Jahres starten und verrät seine Preise noch nicht.

Die Newcomer zählen ebenso wie Simyo zur Gruppe der so genannten Mobile Virtual Network Operators (MVNO). Das sind Unternehmen, die kein eigenes Netz besitzen und Minutenkontingente bei den Netzbetreibern einkaufen. Gegenüber dem Kunden treten dann ausschließlich die MVNO in Erscheinung.

Ihr Konzept haben sich die virtuellen Netzbetreiber aus der Luftfahrtbranche abgeguckt. Dort offerieren Billiganbieter wie Easyjet oder Ryanair bekanntlich nur den Flug ohne Schnickschnack. Übertragen auf den Mobilfunk bedeutet das: reine Telefonie-Minuten ohne Handy-Subventionen oder anspruchsvolle Datendienste. Dafür bieten die MVNO günstigere Preise als die etablierten Betreiber.

In Skandinavien, den Niederlanden und Großbritannien sind die Mobilfunk-Herausforderer bereits seit längerer Zeit unterwegs und haben etwa zehn bis 20 Prozent des Marktes erobert - in Dänemark besetzen sie derzeit sogar 24 Prozent. Für Deutschland bedeutet das ein mögliches Kunden-Volumen von sieben bis 15 Millionen. Davon zählt Simyo schon weit über 100 000. Easymobile plant einen europaweiten Auftritt und ist schon in Großbritannien aktiv, wo das Unternehmen ebenfalls das T-Mobile-Netz nutzt.

Weitere Wettbewerber dieser Art stehen schon in den Startlöchern: Telekom-Dienstleister wie die Dortmunder Materna oder das Darmstädter Systemhaus Danet bieten auch branchenfremden Unternehmen die nötigen Dienstleistungen rund um die mobilen Minuten. Dazu gehören Abrechnung oder Kundenservice. Materna greift auf das Netz von E-Plus zu und spricht derzeit mit 15 bis 20 Unternehmen, die sich als virtuelle Netzbetreiber engagieren wollen. Zu den üblichen Verdächtigen für solche Kooperationen gehören bekannte Markennamen wie Ikea, Aral oder Aldi.

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