Test der Apple Watch mit Watch OS 2
Jetzt tickt Apple richtig

Schick, aber wenig mehr: Die Apple Watch kam mit diversen Schwächen auf den Markt. Nun bessert der Konzern mit einem Update nach. Watch OS 2 zeigt, welches Potenzial die Uhr hat – aber auch, dass noch einiges zu tun ist.

Der Spott ließ nicht lange auf sich warten. Die Apple Watch, lästerte das amerikanische Satiremagazin The Onion nach der Präsentation vor rund einem Jahr, bietet all den Komfort einer traditionellen Uhr – nur dass sie eben alle zwölf Stunden geladen werden müsse. Auch wenn die Ausdauer besser ist: Selten ist ein neues Produkt von Apple mit so viel Skepsis betrachtet worden.

Dabei geht es nicht nur um die Akkulaufzeit. Die Apps auf dem Gerät laufen langsam, und wegen der Einschränkungen für Entwickler fehlt es an überzeugenden Anwendungen jenseits von Zeitanzeige und Schrittzähler. Bislang ist die Apple Watch vornehmlich ein Außenposten des Smartphones, der eingehende Nachrichten und Anrufe vermeldet.

Apple sind diese Schwächen offenbar bewusst. Nur fünf Monate nach der Markteinführung bringt der iKonzern mit Watch OS 2 ein umfangreiches Update heraus, das einige Schwächen beheben soll (wenn auch nicht die geringe Akkulaufzeit). Der Hersteller hofft, so auch jenen Nutzern einen Kaufgrund zu bieten, die nicht ohnehin alle Produkte mit dem Apfellogo anschaffen. Was bringt das Update, das seit gut einer Woche zur Verfügung steht – vor allem für die Apps? Und liefert es neue Gründe, sich das Gerät anzuschaffen? Ein Überblick.

Ein bisschen mehr Tempo

Ein Manko der Apple Watch ist bislang die Geschwindigkeit. Die Uhrzeit ist zwar jederzeit zu sehen und auch Mitteilungen kommen ohne Verzögerung an. Doch Apps brauchen jedoch mehrere Sekunden, bis sie startbereit sind. Da hat man schneller das iPhone aus der Tasche gezogen und entsperrt. Der Konzern verspricht nun mehr Tempo: Watch OS 2 erlaubt native Apps, die also direkt auf der Uhr laufen, nicht auf dem Smartphone.

Das bringt spürbare Verbesserungen mit sich, wie einige Anwendungen zeigen, die bereits für das neue System optimiert sind. So startet der Übersetzer iTranslate so schnell, dass man nicht vor Ungeduld gleich in die Tasche greift. Die App demonstriert allerdings eine Schwäche, an der auch das Update nichts ändert: Für die Übersetzung der eingesprochenen Vokabel werden die Daten per Smartphone auf die Server der Firma übertragen – und das dauert eben doch etliche Sekunden.

Bislang sind nur einige wenige Apps auf Tempo getrimmt, in den nächsten Wochen und Monaten dürften aber viele weitere folgen: Apple hat eine loyale Entwicklergemeinde. Einige Geschwindigkeitsbegrenzungen werden allerdings weiterhin gelten: Zum einen brauchen aufwendige Programme ihre Zeit, zum anderen bremst die Datenübertragung spürbar. Die Kartenanwendung von Apple etwa, mit der man sich lotsen lassen kann, braucht lange Ladezeiten.

Zugriff haben Entwickler jetzt auch auf die Hardware. So können sie das Bedienrädchen – von Apple Krone genannt – nutzen, ebenso den Herzfrequenzsensor, das Mikrofon und das Vibrationssystem Taptic Engine. In der App des Weather Channel sieht man beispielsweise nach einer Drehbewegung, wie sich das Wetter im Laufe des Tages oder der Woche entwickeln soll.

Der Fitness-Trainer Runtastic wiederum greift auf den Herzfrequenzsensor zu und zeigt beim Laufen den Pulsschlag an. Allerdings gilt auch hier eine Einschränkung: Ohne ein Smartphone in Reichweite funktioniert die Runtastic-App nicht, anders als das Apple-eigene Fitness-Programm.

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