Tipps für Anwender
Ordnung im digitalen Zettelchaos

Die Favoritenordner quellen längst über. Die abgespeicherten URLs verweisen auf ellenlange Webseiten, aber keiner weiß mehr, was man da eigentlich damals wollte. Das Info-Chaos ist mit dem Internet nicht geschrumpft, im Gegenteil. Hilfe versprechen Notizblock-Dienste wie das in der Basisversion kostenlose Evernote für Windows, Linux oder MacOS.
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Evernote.com ist das ausgelagerte Zweitgedächtnis. Interessante Webseiten, Dokumente, Fotos, Zeichnungen, E-Mails oder Audio- und Videoclips werden hier abgelegt und verschlagwortet. Entweder nur als Verweis auf die jeweiligen Quelle im Internet oder im PC, oder im Volltext oder Bildschirmausschnitt mit Kommentierung.

Die Startseite präsentiert sich aufgeräumt mit einem links angeordneten Menüfenster und dem Hauptbildschirm mit den einzelnen Notizen. Die Informationen lassen sich thematisch sortiert in verschiedenen Notizbüchern ablegen oder in einem einzigen, großen Buch.

Notizen werden direkt im Texteditor angelegt oder per Schnellzugriffs-Button aus Webseiten oder Bildschirminhalten extrahiert. Zum Beispiel eine Textpassage aus einer Webseite: Im Internet Explorer markieren mit der Maus, ein Rechtsklick, dann "Add to Evernote" und schon ist Text samt Quell-URL als Notiz verewigt. Für Safari, Firefox und Chrome-Browser steht ein eigenes Add-On zur Verfügung.

Per integriertem Suchfenster werden die Datenschätze später wieder gefunden und im Hauptfenster angezeigt. Das jeweilige Stichwort wird dabei farbig an der Fundstelle unterlegt, was die Orientierung im Text enorm vereinfacht. Mit einem Klick werden einzelne Notizen bequem per E-Mail an Kollegen versandt. Unterwegs erfolgt der Zugriff auf die Wissensammlungen per Mobiltelefon, dem eigenem Internet-Laptop oder Web-Browser in jedem Internet-Cafe. Standard-Suchen sind auch abspeicherbar.

Ein interessantes Feature ist die Texterkennung in Bildern. Das Digitalfoto der Visitenkarte oder der Powerpoint-Folie wird per Mobiltelefon an den persönlichen Evernote-Account im Web geschickt. Die Server in San Francisco wandeln enthaltenen Text in Stichwörter um, nach denen sich das Foto später durchsuchen lässt. Eine integrierte Texterkennungssoftware macht es - bei entsprechender Fotoqualität - möglich. Was schmerzlich fehlt, ist eine integrierte Scanner-Schnittstelle. Eine Schwäche, die man akzeptieren muss, wenn man sich auf den Dienst einläßt: Evernote verlangt immer nach einer Internetanbindung. Arbeiten im Flugzeug z.B. ist also nicht möglich.

In der Basisversion können Mitarbeiter oder Gäste Notizbücher nur lesen, in der kostenpflichtigen Vollversion dürfen alle Teammitglieder ihre Ideen einbringen oder Notizen modifizieren. Die kostenlose Version limitiert zusätzlich den Speicherplatz auf 40 MB. Die kostenpflichtige Variante wird derzeit für 5 US-Dollar im Monat angeboten.

Quelle: www.evernote.com Alternativen: Zoho Notebook (www.zoho.com) oder Microsoft Onenote 2007 (www.microsoft.com).

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
Handelsblatt / Korrespondent

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