Toshiba Qosmio G10-124
Der Media-Schlepptop

Die gute Nachricht zuerst: Dank eingebauter "Qosmio-Engine" - ein Spezialchip und ein wenig Software - können wir mit dem Laptop Qosmio G10-124 fernsehen, Musik hören oder DVD gucken, ohne mühsam Windows starten zu müssen. Da hat jemand mal an die Kunden gedacht. Schnellstart-Taste gedrückt, DVD rein - fertig.

HB DÜSSELODRF. Nun die schlechte: Leider gibt es das Gerät nicht mit eingebautem DVB-T-Tuner für das neue digitale Antennen-TV, sondern nur mit Analog-TV, Satelliten- und Kabelempfang. Damit bleibt ein Teil der Mobilität dann doch wieder am Kabel hängen. Schade.

Trotzdem: Mit seinem brillanten 17-Zoll-Display im Kinoformat 16:9 und digitaler Audio-Schnittstelle fürs Heimkino ist Toshibas Multimedia-Flaggschiff ein echter Ersatz für die Flimmerkiste im Studentenappartement und gleichzeitig hochwertiges Arbeitsgerät.

Dank Intel-Centrino-Technik ist drahtloses Internet per WLan möglich. Der 1,8 Gigahertz-Prozessor reicht für Büro-Anwendungen und der Nvidia-Grafikchip sogar für die meisten 3-D-Computerspiele. Zwei Festplatten mit je 60 Gigabyte stehen bereit. Zum Beispiel eine als Video-Rekorder für TV-Aufzeichnung und Musiksammlung, die zweite für Präsentationen, Programme und Texte. Der Arbeitsspeicher ist mit einem Gigabyte üppig ausgelegt.

Die Bezeichnung "Laptop" sollten wir aber nicht so ernst nehmen. Sperriges Format, satte 4,4 kg Gewicht und magere Batterielaufzeiten (um zwei Stunden) im Test sprachen da eine eindeutige Sprache. Der Flachmann ist Ersatz für den Rechner auf dem Schreibtisch, aber leider kein leichtfüßiger Reisebegleiter.

Die Verarbeitung des Testgeräts war einwandfrei, lediglich die eingebauten Lautsprecher trübten den Multimedia-Genuss. Sie waren nur bis zu mittlerer Lautstärke ordentlich anzuhören. Bei voller Last fingen sie an, unschön zu krächzen.

Dafür war die Bildqualität im Qosmio-Betrieb (also ohne Win-dows) sehr gut. Hohe Kontrastwerte und saubere Farbwiedergabe machten den DVD-Abend zum Vergnügen. Der Schirm hat einen angenehm großen Blickwinkel. Wir müssen also nicht genau in der Mitte davor sitzen, um gut zu sehen - wichtig, wenn Gäste zum Videoabend vorbeikommen. Unter dem mitgelieferten Betriebssystem Windows Media Center verwandelt sich der G10 in einen vollwertigen Media-PC mit Videorekorder, elektronischer Programmzeitschrift und DVD-Brenner.

Etwas verloren aber sieht die kleine Tastatur aus. Links und rechts vom Tastenfeld ist unverständlicherweise viel verschenkter Platz. Nicht nur Vielschreiber hätten Freude an einer Tastatur in voller Größe gehabt oder einem zusätzlichen Zahlenblock.

Toshiba hat in das kleine Format alles reingepackt, was der Multimedia-Freund erwartet. Das ging nur mit Kompromissen. Lobenswert ist die reichhaltige Ausstattung sogar mit Fernbedienung. Die geringe Akkulaufzeit aber ist ein echtes Manko - falls wir den G10 mit auf Reisen nehmen.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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