TV-Trends auf der IFA
Ein Kunstobjekt namens Fernseher

Wo ist denn der Fernseher? Bei einigen Geräten, die auf der IFA ausgestellt sind, ist das erst auf den zweiten Blick zu sehen. Sie sind Designobjekte, die sich nahtlos integrieren – und sogar Kunst ins Haus holen.
  • 3

BerlinWidersprüche erzeugen Aufmerksamkeit. Und so hätte Samsung wohl keine bessere Idee einfallen können, als die neue Fernsehmodelle mit dem Namen „The Frame“ in einer Kunstausstellung zu zeigen. Unterhaltung und Kunst, das passt selten zusammen.

Doch die Geräte des koreanischen Konzerns, die derzeit im Berliner Designkaufhaus Stilwerk zu sehen sind, haben einen „Art Mode“: Sind sie ausgeschaltet, zeigen sie Bilder an, umgeben von einem Rahmen. Das können selbst gemachte Familienfotos sein, die Kopien alter Meister, oder – wie in der Galerie – zeitgenössische Malerei und Naturfotografie.

Die Ausstellung, passend zur IFA in Berlin eröffnet, ist ein Zeichen für eine Veränderung, des Fernsehers wie des Fernsehens. Der technische Fortschritt ermöglicht Geräte, die so dünn sind, dass sie sich flach wie ein Bild an die Wand hängen lassen. Neben Samsung zeigen beispielsweise auch LG, Metz und Loewe auf der Elektronikmesse solche Konzepte.

Gleichzeitig steigt die Bereitschaft, in derartige Designobjekte zu investieren – nicht zuletzt, weil Online-Dienste wie Netflix früh neue Technologien nutzen, die auf den Hightech-Fernsehern voll zu Geltung kommen. Das gilt für die Auflösung Ultra-HD, die vier Mal so hoch ist wie bei einem HD-Fernseher, oder für den Standard HDR, der mehr Kontrast und Helligkeit und somit eine deutlich bessere Bildqualität ermöglicht. Es ist die nächste Neuerfindung des Fernsehens.

Der Rahmen verschwindet

Dünner, schärfer, knackiger: Dieser Überbietungswettbewerb ist für die IFA typisch, seit dort vor 50 Jahren der damalige Vizekanzler Willy Brandt das Farbfernsehen mit einem symbolischen Knopfdruck einführte. Aber: „Der Innovationszyklus hat sich in den letzten Jahren dramatisch beschleunigt“, sagte Samsung-Manager Kai Hillebrandt dem Handelsblatt.

Die Entwicklung hat dazu geführt, dass um den Bildschirm herum nicht mehr viel übrig geblieben ist. „Die Geräte werden immer flacher, die Rahmen immer schmaler“, beschreibt Hillebrandt den Trend. Die Konsequenz: „Der Fernseher ist von einem technischen Produkt zu einem Designobjekt geworden.“ Vorausgesetzt, der Zuschauer ist bereit, 1500 Euro aufwärts fürs Heimkino auszugeben.

Das gilt nicht nur für die Modelle der „The Frame“-Reihe, die der Marktführer in Größen ab 43 Zoll verkauft: Auf der IFA bewirbt LG beispielsweise den „dünnsten Fernseher der Welt“, der sich wie eine Tapete an der Wand anbringen lässt – die OLED-Technologie macht es möglich. Metz hat mit dem chinesischen Mutterkonzern Skyworth im Rücken ein ähnlich flaches Gerät entwickelt. Und der deutsche Premiumhersteller Loewe platziert einige Modelle auf Staffeleien.

Kommentare zu " TV-Trends auf der IFA: Ein Kunstobjekt namens Fernseher"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Nam Jun Paik hatte es schon damals gewußt: mit BrainwashTV und SchimpansenRadio hält man nicht nur Hausfrauen auf Trab

  • Ich wär' schon froh, wenn meine 37"-Glotze nicht so rumzicken würde (für mich ist ein Fernseher ein Gebrauchs- und kein Einrichtungsgegenstand). Und ich entspannt fernsehen könnte, ohne ständig auf neue Überraschungen gefasst sein (und mich dann damit auseinandersetzen zu müssen). Bereits zum 3. Mal in diesem Jahr ärger ich mich mit den ständig neuen Umstellungen unseres Kabelbetreibers (von HV fürs ganze Haus bestellt) rum. Seufz.

  • UHD Geräte sind einfach klasse. Ich selbst habe so ein Schmuckstück als Monitor (Daytrader) an meinem Laptop.

    Früher hätte ich mir wahrscheinlich noch 2-6 Extra Monitore angeschafft, doch das alles geht nun mit dem Laptop und dem 4k Monitor. 42'' Größe sind vollkommen ausreichend für den Schreibtisch. Aber bedingt durch die hohe Auflösung kann ich kleine Schrifte auf dem großen Monitor noch bestens erkennen.

    4k ist wirklich eine extreme Verbesserung gegenüber den sonst üblichen 4-6 Bildschirmen der Trader.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%