"Unkalkulierbares Risiko": Versicherer haben Angst vor Handy-Strahlung

"Unkalkulierbares Risiko"
Versicherer haben Angst vor Handy-Strahlung

Wegen ihrer elektromagnetischen Strahlung werden Mobiltelefone von führenden Versicherern als unkalkulierbare Risiken eingestuft. Die Konzerne weigerten sich deshalb, Hersteller von Mobiltelefonen und Netzwerkbetreiber gegen mögliche Schadenersatzklagen zu versichern, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Mittwochausgabe.

HB BERLIN. Von Handys und Sendemasten geht elektromagnetische Strahlung aus. Bislang gibt es aber keinen wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass dieser so genannte Elektrosmog krank machen kann. Sollten irgendwann Gesundheitsschädigungen nachgewiesen werden, könnten Zahlungen an Betroffene fällig werden. Gegen derartige Risiken können sich Firmen mit einer Betriebshaftpflicht absichern. Allerdings schlössen immer mehr Versicherungen derartige Risiken aus ihren Policen aus, berichtete die Zeitung. und berief sich dabei auf eine Umfrage bei den weltgrößten Versicherungsmaklern Marsh und Aon, die Verträge zwischen Versicherungen und der Industrie vermitteln.

In den bereits beendeten Vertragsverhandlungen für das laufende Jahr seien die Risiken durch Handys erstmals auf breiter Front ausgeschlossen worden, sagte der Geschäftsführer von Marsh Deutschland, Georg Bräuchle, der Zeitung. Insbesondere Firmen, die sich mit Mobilfunk beschäftigten, hätten keine Deckung erhalten. Das Bestreben, die Risiken elektromagnetischer Strahlungen auszuschließen, gebe es schon lange, sagte ein Sprecher der Aon-Deutschlandvertretung dem Bericht nach. Jetzt hätten sich viele Versicherer erstmals durchgesetzt.

Die Handy-Hersteller Siemens, Motorola und Nokia erklärten dem Bericht zufolge, sie gäben zu Versicherungsfragen grundsätzlich keine Auskunft. Gleich lautend hätten sich auch die Mobilfunkbetreiber T-Mobile und O2 geäußert. Der Marktführer Allianz habe erklärt, schon länger keinen Handy-Hersteller mehr gegen Elektrosmog-Risiken zu versichern. Bei Mobilfunk-Betreibern gebe es eine "Fall-zu-Fall-Betrachtung". Die gesundheitlichen Konsequenzen der elektromagnetischen Strahlung seien nicht abschätzbar.

"Wenn sich irgendwann eine Gefährlichkeit nachweisen ließe, hätte das verheerende Folgen für die gesamte Versicherungsbranche", zitierte die Zeitung einen Allianz-Sprecher. Die Allianz besitze keine eindeutigen oder exklusiven Studien über eine Gesundheitsgefährdung durch Strahlen. Man gehe lediglich nach dem branchenweit anerkannten Prinzip vor, dass unkalkulierbare Risiken nicht versicherbar seien.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%