US-Firmen verbannen Foto-Handys
Große Angst vor kleinen Schnappschüssen

Handys mit eingebauten Digitalkameras erobern zur Zeit den Markt. Doch des einen Freund ist des anderen Leid. Betreiber von Fitness-Studios, Politiker und Firmenlenker sind sehr skeptisch, immerhin eröffnen die Foto-Winzlinge sowohl Spannern als auch Spionen neue Möglichkeiten.

HB WASHINGTON. Die Besitzer von Foto-Handys müssen in den USA daher immer häufiger mit misstrauischen Blicken rechnen. Viele Unternehmen haben die modernsten Mobiltelefone, deren Verkaufszahlen sich nach Einschätzung von Branchenexperten in diesem Jahr mehr als verdoppeln werden, aus Angst vor unerwünschten Fotos bereits von ihren Firmengeländen verbannt. Nun sollen auch Verbote an öffentlichen Plätzen folgen.

Die Verkaufszahlen für die Handys mit eingebauten Digitalkameras werden nach Schätzung des Forschungsinstituts ARC in diesem Jahr auf weltweit 55 Mill. Stück steigen und damit so häufig verkauft werden wie herkömmliche analoge und digitale Fotoapparate zusammen. Betreiber von Fitness-Studios, Politiker und die Chefetagen von Konzernen in den USA fürchten jedoch die Möglichkeiten, die die moderne Technik mit sich bringt.

In viele Fitness-Studios dürfen die Besitzer - rund fünf Mill. Amerikaner haben sich bereits eines der modernen Spielzeuge angeschafft - ihre Foto-Handys daher nicht mehr mitbringen. Die Betreiber wollen ihre Kunden vor unerwünschten Fotos aus dem Umkleidekabinen schützen, sagt Carrie Foster, Sprecherin eines Washingtoner Fitness-Studios: „Wir zählen einige Politiker zu unseren Kunden. Ihre Privatsphäre und die der anderen Kunden zu bewahren, ist unsere höchste Priorität.“

Auch in einigen amerikanischen Konzernen stehen die modernen Handys auf dem Index. Allerdings ist das Motiv für die Verbote hier die Angst vor Industriespionage. Der Automobilkonzern General Motors etwa hat seinen Mitarbeitern das Mitbringen der Handy-Kameras auf das Betriebsgelände verboten - unter Androhung, das teure Spielzeug zu beschlagnahmen. „Die Gefahr ist einfach zu groß, dass jemand auf dem Firmengelände eine Neuentwicklung fotografiert und das Foto verkauft oder ins Internet stellt“, sagt Konzernsprecher Dan Flores.

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