VDA V
V wie vorgeschoben

Trotz anders lautender Gerüchte haben am Freitag - am Tag eins der Ära iPhone - weder Nokia, noch Samsung, Motorola oder HTC den Bau von Mobiltelefonen eingestellt. Weder T-Mobile noch Vodafone haben sich aufgelöst. Der Beweis: Das Vodafone VDA V, das erste Windows Mobile 6 Smartphone im Reich des Roten, wird hartnäckig zum Kauf angeboten.

Das VDA V basiert auf dem taiwanesischen HTC S 710 und gehört zur seit heute bedrohten Rasse der Tastaturtelefone. Zusammen geschoben sieht das Kameratelefon mit dem wertig anmutenden Kunststoffgehäuse aus wie ein Schokoriegel-Gerät. Zieht man - wie beim Bettsofa - das Unterteil heraus, offenbart sich keine Liegefläche, aber eine angenehm breite und griffige Tastatur mit festem Druckpunkt. Der Slider rastet gut ein, im Testzeitraum gab es kein Gewackel im Scharnier oder unschöne Spaltmaße zwischen den Schiebeteilen.

Leider fehlt UMTS und damit schnelles HSDPA für den Datentransfer. Positiv hervorzuheben ist, dass Mobilfunkprovider wie Vodafone zunehmend WLan integrieren. Zuhause und unterwegs hilft das über das fehlende UMTS hinweg. Wer keine Datenflatrate hat, sollte sich im Zweifel vor langen WLan-Sessions im Internet immer vergewissern (Menü/Einstellunen/Verbindungen/CommManager), dass keine kostenpflichtige Datenverbindung nebenher läuft und unter Umständen unwissentlich von einem Dienst aufgerufen wird.

Das VDA V ist ein Extrem-Touchscreen-Verweigerer. Selbst maximaler Druck auf das Display führt höchstens zu Beschädigungen. Bei geschlossener Voll-Tastatur wird mit Windows-Menü und 12er-Tastatur gearbeitet, was trotz Eingabehilfe XT9 nicht wirklich angenehm ist. Das ist also praktisch nur der Telefon-Modus. Im Smartphone-Modus ermöglicht das - ungleichmäßig - beleuchtete Keyboard auf dem Breitformat-Bildschirm flüssiges Arbeiten. Allerdings muss man weiterhin auf die 5-Wege-Navigationstaste der Vorderseite wechseln, um in den Menüs zu surfen. Das Hin- und Herspringen ist anfangs sehr gewöhnungsbedürftig.

Pluspunkt ist die recht simple Synchronisation mit Windows-PC, allerdings nicht mit WLan, sondern nur per Kabel oder Bluetooth. Business-Käufer sollten sich Microsoft-Push-Mail anschauen, da kommt Blackberry-Feeling auf.

Negativ zu vermerken ist die Microsoft-Office-Ausstattung. Dokumente wie Word- oder Excel-Dateien können nur gelesen, nicht bearbeitet werden. Der Web-Browser bietet mehrere Darstellungsformen, optimiert für kleine Schirme oder als "Original-Version" für PC. Auch Web.2.0-Seiten wurden weitgehend fehlerfrei angezeigt.

Multimedia wie Audio, Video und Web-Streaming ist vorhanden, steht aber im Hintergrund. Es gibt keine eigens dafür belegte Tasten, aber wer sich durch die Menüs hangelt, wird mit gutem Ton und Bild (Mediaplayer 10) entschädigt. Die Stromversorgung erfolgt reisefreundlich über einen Standard-Mini-USB-Stecker.

Fazit: Ein gelungenes Arbeitstier, gut ausgestattet, aber trotz Schiebetastatur nicht wirklich kompakt und für über 400 Euro auch kein Schnäppchen.

Vodafone VDA V:

  • Netze: Quadband 850/900 1800/1900
  • Datenmodi: GPRS/Edge
  • Prozessor: OMAP 850, 201 MHz
  • Display: TFT, 320 x 240 Pixel, 65 000 Farben
  • Kamera: 2 Megapixel
  • Stand by/Sprechzeit: 230 / 5 Stunden
  • Speicher intern/exterm: max. 40 MB/microSD
  • Schnittstellen: Bluetooth/USB
  • Maße: 101 x 20 x 50 mm
  • Gewicht: 140 g
  • Preis: ca. 400 Euro (ohne Vertrag)
  • Infos unter » www.vodafone.de
Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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