Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten
Daten-Umsatz noch marginal

Noch besteht das Brot- und Buttergeschäft der deutschen Mobilfunk-Anbieter aus Sprachtelefonie und SMS-Botschaften. Die als Zukunftsgeschäft geltenden Datendienste spielen nach Einschätzung verschiedener Anbieter vom Umsatz her bislang eine untergeordnete Rolle.

HB BONN. Der Anteil der echten Datenumsätze ohne SMS-Kurzmitteilungen werde Ende 2003 erst bei 1,2 % liegen nach 0,7 % im vorigen Jahr, sagte der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) am Mittwoch in Bonn voraus. Die Anbieter müssten auch mit Blick auf UMTS noch einiges tun, um den Kunden die Möglichkeiten der mobilen Datenkommunikation näher zu bringen.

Der Anteil der besonders bei Jugendlichen beliebten SMS am gesamten Mobilfunkumsatz dürfte in diesem Jahr auf 15,8 (14,3) Prozent steigen. Insgesamt prognostiziert der VATM in seiner fünften Marktanalyse ein Wachstum der Datendienste inklusive Short-Messages um rund zwei Mrd auf 4,3 bis 4,5 Milliarden Euro.

Im kompletten inländischen Mobilfunkmarkt unter Berücksichtigung der Sprachtelefonie werden die Konkurrenten der Deutschen Telekom nach den Berechnungen des Verbandes ihren Anteil zum Jahresende auf 17,5 (16,4) Milliarden Euro steigern. Auf den Ex-Monopolisten dürfte ein Umsatz von rund 8,5 Milliarden Euro entfallen. Die Zahl der Mobilfunkteilnehmer in Deutschland sieht der VATM Ende 2003 bei 63,5 bis 64 Millionen.

Im Festnetz wird der Umsatzanteil der Wettbewerber der Analyse zufolge auf 9,3 (8,8) Milliarden Euro klettern, ein Plus von 0,5 %. Dem steht ein Zuwachs bei den Verbindungsminuten von 3,6 %punkten auf 43,2 % gegenüber. Diese Diskrepanz führt der VATM darauf zurück, dass das Minutenaufkommen schrumpft und sich zu Datenvolumina verlagert, die mittels DSL nicht über Wählverbindungen erstellt werden. Bei den Ortsgesprächen erwartet der Verband zum Jahresende wegen der Marktöffnung für Call-by-Call und Preselection einen Anteil von rund 20 % für die Wettbewerber nach 14,7 % im bisherigen Jahresmittel.

Nennenswertes weiteres Wachstum sieht Verbandspräsident Peter Wagner nicht: Nach dem Erreichen der 20-Prozent-Marke "stagniert das Thema", sagte er voraus. Die Kundenzahl der neuen Carrier im Festnetz dürfte laut Analyse bis Ende Dezember um drei Mill. auf 19,2 Mill. wachsen. Mit 12,7 (10,5) Mill. gehören drei von vier Teilnehmern dem Call-by-Call-Segment. Die Zahl der Preselection-Nutzer werde nur gering auf 4,6 (4,4) Mill. klettern. Den mit 46 % weitaus größten Zuwachs auf 1,9 Mill. sagt der VATM bei den Komplettanschlüssen voraus. Hierbei entfielen noch 80 bis 90 % auf von der Telekom angemietete Endkundenanschlüsse (TAL).

Der VATM umfasst 50 Mitglieder, die für etwa 80 % der Umsätze aller deutschen Telekom-Wettbewerber stehen. Basis für die Analyse sind Befragungen von 15 bis 20 Unternehmen, auf die der Löwenanteil der Erlöse entfällt.

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