Vodafone sowie Zusammenschluss um T-Mobile besser die Stirn bieten
Neue Mobilfunkallianz um britische MMO2 ist besiegelt

Der britische Mobilfunknetzbetreiber MMO2 hat sich mit einigen europäischen Konkurrenten verbündet. Gemeinsam wollen die Unternehmen ihren Kunden besseren Service beim mobilen Telefonieren im Ausland bieten und dafür ihre Preise und Dienste aufeinander abstimmen. Nach Informationen aus Kreisen der Beteiligten wird diese Kooperation am Mittwoch offiziell bekannt gegeben.

DÜSSELDORF. Demnach hat sich MMO2 zunächst mit der italienischen Wind, der spanischen Amena, der norwegischen Telenor, Sunrise in der Schweiz, One in Österreich, Pannon in Ungarn und Cosmote in Griechenland zusammengeschlossen. Die Unternehmen erreichen gemeinsam mehr als 40 Millionen Handy-Nutzer. Die Allianz ist offen für neue Mitglieder. Nach Angaben aus Branchenkreisen werden auch noch Gespräche mit der französischen Bouygues Telecom und der niederländischen KPN geführt.

Mit dem Zusammenschluss wollen die Unternehmen, in der Regel die Nummer drei oder vier auf ihren Heimatmärkten, dem weltgrößten Mobilfunkkonzern Vodafone sowie der Allianz der führenden europäischen Mobilfunkbetreiber (T-Mobile, Orange, Telefónica Moviles und Telecom Italia Mobile) besser Paroli bieten können. Vodafone ist mit ihren Beteiligungen weltweit in 36 Ländern aktiv und hat mehr als 122 Millionen Kunden. Die Allianz um T-Mobile erreicht etwa 170 Millionen Handy-Besitzer.

Branchenexperten sind jedoch skeptisch, ob solche Zusammenschlüsse in der Telekommunkationsbranche funktionieren und machen das unter anderem an Global One fest. Die Deutsche Telekom, France Télécom und das US-Unternehmen Sprint hatten dieses auf Dienste für Geschäftskunden spezialisierte Unternehmen Mitte der 90er Jahre gegründet. Doch Global One zerbrach schließlich auf Grund unterschiedlicher Unternehmenskulturen. Und auch die ersten Produkte der Mobilfunkallianz um T-Mobile haben bisher nicht überzeugt. Die Unternehmen haben vereinbart, das Telefonieren mit vorausbezahlten Karten in mehr Ländern möglich zu machen und das Versenden von Bildnachrichten zu vereinfachen. In diesem Jahr noch sollen weitere Produkte folgen.

Die Allianz um MMO2 wird am heutigen Mittwoch voraussichtlich als erstes Produkt einheitliche Preise für das mobile Telefonieren für Geschäftskunden im Ausland bekannt geben. Gemeinsam wollen die Unternehmen künftig unter anderem auch bessere Einkaufskonditionen bei Techniklieferanten verhandeln, wie MMO2-Konzernchef Peter Erskine ankündigte.

Mit Hilfe des Zusammenschlusses wollen die Unternehmen zudem Löcher in ihrer Netzabdeckung stopfen, ohne Beteiligungen hinzuzukaufen. So ist MMO2 beispielsweise nur in Deutschland, Großbritannien und Irland vertreten. Durch seine Allianzpartner will das Unternehmen seinen Kunden auch in Ländern wie Ungarn, Spanien, Italien und Norwegen die aus der Heimat gewohnten Dienste anbieten.

Nach Ansicht von Analysten könnten sich Allianzen bewähren, wenn sich die Mitglieder keine Konkurrenz machen. Daher ist es in der Branche auch noch fraglich, ob die niederländische KPN dem Zusammenschluss um MMO2 beitritt. Denn die KPN-Tochter E-Plus und eine MMO2-Tochter machen sich in Deutschland Konkurrenz.

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