Volatile Margenentwicklung erwartet
Mobilcom glaubt an anhaltenden Mobilfunk-Boom

Der Mobilfunk-Dienstleister Mobilcom rechnet mit einem weiter wachsenden Mobilfunkmarkt in Deutschland. Allerdings erwartet das Unternehmen für die nächsten Jahre auch eine volatile Entwicklung seiner Gewinnmargen. Von der verstärkten Handy-Nutzung durch die Kunden verspricht sich der zweitgrößte deutsche Anbieter zugleich ein kräftiges Umsatzwachstum bis zum Jahr 2008.

HB BERLIN. "Wir sehen die Grenzen des Wachstums überhaupt nicht", sagte Mobilcom-Vorstandschef Thorsten Grenz am Donnerstag in Berlin. Bis 2008 sei auf Grund der intensiveren Nutzung von Handys für die gesamte Branche ein Umsatzplus in Höhe von fünf Mrd. ? auf dann 30 Mrd. ? zu erwarten. Auf Mobilcom entfielen davon entsprechend des Marktanteils von zehn Prozent rund 500 Mill. ?. Während Kostenvorteile zunächst zu einem Anstieg der Gewinnmargen führten, schwäche sich die Ergebnisentwicklung später wieder ab. Die voraussichtlich fallenden Preise für die Handy-Nutzung könnten durch Kostensenkungen dann nicht mehr vollständig ausgeglichen werden, sagte Grenz.

Bis Ende 2005 erwartet das Unternehmen, die Ebitda-Marge (Anteil des Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen und Amortisationen am Umsatz) auf fünf bis sechs Prozent steigern zu können. Im zweiten Quartal 2004 lag der Wert bei 4,2 %. "Wir machen Fortschritte bei den Kosten", begründete ein Unternehmenssprecher die Prognose. Auch im Folgejahr 2006 werde die Marge in etwa in dieser Höhe liegen, fügte er hinzu. Im weiteren Verlauf schwäche sich die Ergebnisentwicklung wieder ab.

Die vor wenigen Monaten gestartete Markteinführung der neuen Mobilfunktechnik UMTS verläuft Grenz zufolge enttäuschend. "Die Akzeptanz am Markt ist verschwindend gering", sagte der Vorstandschef. Nur 13 % aller Mobilfunkkunden wollten in den kommenden zwei Jahren ein UMTS-Gerät kaufen. "Das ist keine gute Nachricht dafür, dass ein Massenmarkt bevorsteht", dämpfte der Vorstand die einst hohen Erwartungen. Mobilcom habe bisher nur nur "wenige tausend" UMTS-Kunden gewonnen. Allerdings würden die Besitzer von UMTS-Handys mit mehr als 50 ? im Monat weit mehr für den Mobilfunk ausgegeben als der Durchschnittskunde. Insgesamt zählte Mobilcom Ende Juni 4,2 Mill. zahlende Mobilfunkkunden, die die Netze von T-Mobile, Vodafone oder E-Plus nutzen.

Als Wachstumsimpulse sieht das Büdelsdorfer Unternehmen die noch vergleichsweise geringe Verbreitung in Deutschland und neue Dienste an. Bei der Verbreitung von Handys liege Deutschland mit derzeit 76 % hinter dem westeuropäischen Durchschnitt von 84 %. Auch die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben seien unterdurchschnittlich. "Da ist Nachholbedarf", sagte der Vorstandschef. Zudem sollen neuen Dienste das Geschäft beflügeln. Vom vierten Quartal an könnten die Kunden wie bei Funkgeräten üblich, Sprachnachrichten über ihre Handys an einzelne Nutzer oder Nutzergruppen senden.

Mit dem Angebot m-limit will Mobilcom zudem die Geschäftsrisiken mit überschuldeten Kunden reduzieren. Mit so genannten Limitverträgen könnten Kunden mit Laufzeitvertrag Obergrenzen für die Nutzungsgebühren festlegen, die Gesprächsminuten seien zudem deutlich günstiger als für Kunden mit im voraus bezahlten Guthaben-Karten. Laut Grenz lehnt Mobilcom derzeit im Durchschnitt bei jedem fünften Kunden einen Vertragsabschluss ab, da dessen finanzielle Verhältnisse "desaströs" seien.

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