Vorerst Abschied von Handy-TV
E-Plus geht nicht auf Sendung

Handy-TV ist in aller Munde - das beeindruckt den Mobilfunker E-Plus aber offenbar wenig. Zumindest vorerst verabschiedet sich der drittgrößte heimische Netzbetreiber von seinen Plänen für das Fernsehen über das Mobiltelefon.

HB FRANKFURT. Die KPN-Tochter kündigte am Mittwoch an, sich nicht an dem geplanten Handy-TV-Konsortium mit den anderen drei Netzbetreibern zu beteiligen. Über wesentliche Eckpunkte sei bislang keine Einigung erzielt worden. Zudem seien derzeit die lizenz- und regulierungsrechtlichen Rahmenbedingungen für ein wirtschaftlich tragfähiges Angebot auf Basis des Rundfunk-Standards DVB-H nicht erfüllt.

E-Plus hatte zusammen mit T-Mobile, Vodafone D2 und O2 Germany Ende Mai ein Pilotprojekt für Handy-TV über DVB-H gestartet. Die Frequenzen stehen aber anders als beim Konkurrenzstandard DMB nicht bundesweit zur Verfügung, sie müssen vielmehr von den einzelnen Landesmedienanstalten vergeben werden.

"Wir entscheiden uns nicht gegen das Produkt Handy-TV, sondern ziehen die Konsequenzen aus unseren bisherigen Erfahrungen", erklärte E-Plus-Chef Michael Krammer. Er bekräftigte, E-Plus werde sich auf Produkte und Dienste konzentrieren, für die bereits eine entsprechende Kundennachfrage bestehe und Quersubventionierungen vermeiden.

Aus heutiger Sicht müssten die Netzbetreiber das komplette Investitionsrisiko für den Aufbau einer TV-Infrastruktur tragen, obwohl etwa Fernsehsender an dem Modell mitverdienten, erläuterte ein E-Plus-Sprecher. Handy-TV könne daher nur entweder für die Kunden zu teuer oder für die Betreiber unwirtschaftlich angeboten werden. Zudem zeigten Erfahrungen aus anderen Ländern, dass Handy-TV noch nicht anwenderfreundlich genug sei.

Die DMB-Frequenzen hatte sich das Unternehmen Mobiles Fernsehen Deutschland (MFD) gesichert. Die Plattform nutzen die Mobilfunkdienstleister Debitel und Mobilcom für ihr Handy-TV. Bei diesem Modell trage MFD das Risiko, erläuterte der E-Plus-Sprecher. Sein Unternehmen präferiere nach wie vor DVB-H als Technik, weil sie eine größere Zahl an Programmen und interaktive Dienste ermögliche.

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