Wearable Technologies
Alien-Jagd per Datenbrille

Google Glass ist nur der Anfang: Intelligente Brillen können Monteuren und Ärzten bei der Arbeit helfen und den modernen Menschen durchs Leben navigieren. Die Chancen sind enorm – doch die Technik hat noch ihre Tücken.
  • 0

Las VegasDie Invasion kommt von oben. Die Alien-Raumschiffe schweben von der Decke der Messehalle in Richtung Boden. Mit einem beherzten Klick wehrt man die Angreifer ab – mit jedem Treffer verschwindet eine der bunten Formen lautlos.

Die Raumschiffe sind zum Glück nicht echt – zu sehen sind sie nur auf dem Display einer Datenbrille. Die hat der Elektronikhersteller Epson auf der CES in Las Vegas vorgestellt. Das US-Unternehmen will zeigen, was seine Technologie kann. Dabei geht es nur am Rande um Computerspiele: „Etliche große Firmen stehen Schlange, um mit uns Pilotprojekte zu machen“, sagt Eric Mizufuka, Produktmanager bei Epson. Auch andere Hersteller wollen auf der Messe mit ihren Mini-Computern Kunden gewinnen.

Die schlauen Brillen, die Google mit seinem Modell Glass bekannt gemacht hat, sind Teil eines Trends: Technologie wird immer kleiner, billiger und leistungsfähiger. „Ich kann inzwischen genügend Rechenleistung am Körper tragen, ohne dass sie sich wie ein Rucksack anfühlt“, sagte Matthias Ziegler von der Unternehmensberatung Accenture im Gespräch mit Handelsblatt Online.

So zeigen Smartwatches eingehende Anrufe oder E-Mails an, Fitness-Tracker in der Größe eines USB-Sticks zählen Schritte und Stockwerke, Pflaster mit Sensoren überwachen Puls und Blutdruck. Es könnte ein gewaltiges Geschäft werden: Nach einer Schätzung von Accenture wächst der Markt für Wearable Technologies – so der Fachbegriff – bis 2018 auf sechs bis acht Milliarden Dollar, wobei Medizinprodukte darin nicht enthalten sind. Der Marktforscher Juniper geht sogar von einem Umsatz von 19 Milliarden Dollar aus.

So futuristisch die Daten-Brillen noch erscheinen mögen: Gerade für sie könnte es viele Einsatzgebiete geben – „nämlich immer dann, wenn man die Hände frei haben muss“, erklärt Accenture-Experte Ziegler, der ein Team leitet, das gemeinsam mit Kunden neue Technologien einführt. Das gelte für Ärzte genauso wie für Monteure.

Epson zeigt beispielsweise eine Anwendung, welche die Reparatur einer Klimaanlage erleichtert soll. Der Handwerker sieht durch die Brillengläser die Maschine, das Gerät blendet darüber Informationen ein – etwa wo er den Schraubenschlüssel ansetzen muss. Digitale Informationen ergänzen so den menschlichen Blick.

Im Hintergrund läuft Hightech: Die Kamera der Brille sucht mit einer Bilderkennung nach Orientierungspunkten wie den Ecken des Gerätes. Lagesensoren messen die Ausrichtung des Kopfes und sorgen so dafür, dass die Reparaturtipps an der richtigen Stelle zu sehen sind. Diese Software hat das deutsche Unternehmen Metaio programmiert. „Die Epson-Brille ist optimal für professionelle Anwendungen“, sagte Firmenchef Thomas Alt im Gespräch mit Handelsblatt Online.

Seite 1:

Alien-Jagd per Datenbrille

Seite 2:

Die Skepsis der Verbraucher ist groß

Kommentare zu " Wearable Technologies: Alien-Jagd per Datenbrille"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%