"Wir waren immer ein bisschen spät dran"
Siemens will zu Nokia aufschließen

Der Handymarkt ist hart umkämpft. Siemens versucht den Anschluss an Nokia nicht zu verpassen und will im neuen Jahr dem unumstrittenen Marktführer wieder ein kleines Stückchen näher rücken.

HB MÜNCHEN. „Wir wollen stärker wachsen als der Markt“, sagt der Chef der Siemens-Mobilfunksparte ICM, Rudi Lamprecht, und kündigt mindestens 29 neue Modelle an. Doch einige Branchenexperten bezweifeln noch immer, ob der Marktanteil von Siemens groß genug ist, um im Handygeschäft auf Dauer richtig Geld verdienen zu können. Zuletzt konnten die Münchner aber etwas Boden gutmachen.

Weltweit ist Nokia bei Handys mit Marktanteilen von etwa 35 Prozent unangreifbar. „Daran wird sich so schnell auch nichts ändern“, ist Axel Burkert, Chefredakteur des angesehenen Branchen- Portals Xonio.com, überzeugt. Die Finnen besetzten erfolgreich nahezu jede Nische. „Da sind die Kanäle verstopft.“ Die wenigen verbliebenen Konkurrenten müssten daher wohl weiter mit der Nokia-Übermacht leben. „Dem FC Bayern darf man ja auch nicht vorwerfen, dass er seit 30 Jahren erfolgreich ist.“

Mit wechselndem Erfolg bemüht sich Siemens seit Jahren, zumindest unter den Verfolgern eine gute Rolle zu spielen. Auf Rang zwei liegt traditionell der US-Konzern Motorola, der zuletzt auf gut 15 Prozent kam. Derzeit rangiert Samsung auf dem dritten Platz. „Was Samsung macht, ist stark“, heißt es selbst bei Siemens. Die Koreaner gewinnen mit hochwertigen Modellen Kunden und erzielen so hohe Margen. Stark im Kommen ist Sony Ericsson. Nach der Zusammenlegung der Sparten stürzten die Marktanteile zunächst ins Bodenlose. Mittlerweile hat sich Sony Ericsson gefangen und den Marktanteil bei 5 Prozent stabilisiert. Sieben bis zehn Prozent sollen es 2004 sein.

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