WLAN-Technologie als Wachstumsmotor
Mobiles Internet wird zum Massenmarkt

Das Internet hat sich schneller als jedes andere Medium zuvor in der Gesellschaft verbreitet. Neben Fernsehen, Radio und Print ist das "Net" als viertes Massenmedium etabliert. Mehr als die Hälfte aller deutschen Haushalte hat bereits direkten Internet-Zugang. Und der Wachstumstrend ist ungebrochen.

WEITERSTADT. Zwei Entwicklungen sind derzeit prägend: Zum einen das Aufkommen breitbandiger Internet-Anschlüsse: Es erlaubt den komfortablen Download auch großer Dateien und öffnet so das Netz für datenintensive Dienste wie Online-Streaming oder Downloads von Kinotrailern und anderen multimedialen Inhalten. Zum anderen stehen wir vor dem Sprung, der das Internet mobil machen wird: Internet "zum Mitnehmen".

In einer Gesellschaft, die immer mobiler wird, wächst der Wunsch, den Internet-Zugang auch unterwegs verfügbar zu haben. Ein Beispiel ist die Nachfrage nach Anwendungen aus dem Bereich Mobile Office. Noch ist hier kein Massenmarkt entstanden, aber eine zunehmende Zahl von Kunden nutzt die Angebote des mobilen Internets. Die Masse der potenziellen Nutzer aber hat diese Angebote noch nicht für sich entdeckt.

Derzeit ändert sich das - ausgelöst durch die WLAN-Technologie. Vor einem Jahr war diese weitestgehend offene Technologie noch recht unbekannt. Heute gehören WLAN- Karten zur Ausstattung selbst der meisten Sonderangebots-PCs der Discounter. Parallel dazu ist das Thema des drahtlosen Internets in der Öffentlichkeit angekommen. An Flughäfen, in Cafés und Hotels werden Zugangspunkte - so genannte Hotspots - eingerichtet.

Ist WLAN aber wirklich die "killer application" für das mobile Internet? Die Idee, die mittels dieser Technologie umgesetzt wird, wird in jedem Fall bleiben: Die Möglichkeit, über eine beliebige technische Plattform von unterwegs Zugang zum Internet zu bekommen, um von dort Informationen abzurufen, E-Mails zu bearbeiten oder sich einfach unterhalten zu lassen.

So kann sich der Nutzer ein virtuelles "zweites Wohnzimmer" einrichten - eine maßgeschneiderte Konfiguration des Internets, die die individuellen Einstellungen bei stationärem wie bei mobilem Einsatz berücksichtigt. In ein solches Produkt lassen sich zahlreiche Dienstleistungen einbauen: die Festlegung bestimmter Datenquellen etwa oder Push-Funktionen, die eingehende E-Mails automatisch auf das Gerät überspielen, mit dem der Nutzer gerade online ist.

In der Kombination mit dem breitbandigen Internet gewinnt das mobile Internet dann weiter an Attraktivität. Es bietet neue Einsatzformen: Neben die "Lean forward"-Welt, bei der der Nutzer das Netz über die Tastatur gebeugt für Interaktion oder Transaktion nutzt, tritt auch beim mobilen Einsatz die "Lean back"-Welt, bei der - bequem zurückgelehnt - unterhaltende Inhalte abgerufen werden können. So ermöglicht ein breitbandiges mobiles Internet dem Nutzer beispielsweise, parallel Online-Banking zu nutzen, die eigene Lieblingsmusik zu hören, oder Nachrichten als Stream anzusehen.

Noch mobiler als mit WLAN wird der Nutzer durch die Einführung der neuen Mobilfunktechnologie UMTS. Lässt sich mobiles Internet schon heute wahlweise per Laptop, Personal Digital Assistant (PDA) oder Mobiltelefon nutzen, gewinnt diese Vielfalt mit der neuen Mobilfunkgeneration eine neue Dimension. Dabei werden sich die verschiedenen Technologien ergänzen. Wir sehen heute schon auf dem Endgerätesektor, dass der Markt kombinierte Lösungen anbietet - zum Beispiel Fotohandys, Laptops mit Zusatzkarten oder Mobiltelefone mit entsprechenden Anschlüssen.

Für die Unternehmen der Internet-Branche bringt das mobile Internet zwei Herausforderungen. Es gilt erstens, Zugänge zum mobilen Internet anzubieten. Und zweitens, Inhalte bereitzustellen, die speziell auf die Bedürfnisse der einzelnen mobilen Endgeräte abgestimmt sind.

Um die Akzeptanz im Markt zu erhalten, sind zur schnellen Erschließung dieser Potenziale "Easy-to-use"-Angebote nötig. Diese müssen den Mehrwert erlebbar machen, den das mobile Internet liefert. Wenn das gelingt, dann kann sich der Gesamtmarkt für mobile Anwendungen zügig entwickeln. Dabei wird die Entwicklung der kommenden Jahre nicht mit einem Kurzstreckensprint vergleichbar sein, sondern eher mit einem Marathonlauf.

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