ZEI im Test
Das Gadget für die 30-Stunden-Woche?

Sie fragen sich, womit Sie ihre Arbeitszeit vertrödeln? Abhilfe will das Start-up Timeular schaffen – mit einem Zeitmesswürfel. In der „Höhle der Löwen“ bekam ZEI nur Absagen, trotzdem könnte sich das Gerät lohnen.
  • 1

KönigswinterWo ist nur die Zeit geblieben? Gehören Sie auch zu den Büro- und Home-Office-Nomaden, die sich am Ende eines langen Arbeitstages fragen, was sie eigentlich die ganze Zeit am Rechner getrieben haben? Was war beruflich – und wie viel Zeit ging für private Dinge drauf? Antworten darauf will das österreichische Start-up Timeular mit seiner Erfindung liefern – dem vernetzten Würfel ZEI.

Mit dem Gadget, das ungefähr so groß ist wie ein Rubik's-Würfel und 115 Euro kostet, richten sich die Macher aber auch an Menschen, die mit Stundenzetteln arbeiten. Bestimmt denken Sie jetzt: „Wer füllt denn heutzutage noch Stundenzettel aus?“ Aber sprechen Sie mal mit einem befreundeten Grafiker, Ihrem Steuerberater oder einem freien Architekten. Für viele Selbstständige und Kreative ist Zeiterfassung – analog wie digital – notwendig und gleichzeitig lästig, denn es kostet ironischerweise Zeit und Nerven.

Die Vision des Erfinders Manuel Bruschi und seines Mitgründers Christian Zanzotti, Thomas Wolf und Lothar Wagner: „Wir wollen es schaffen, dass es cool wird, bloß 30 Stunden die Woche zu arbeiten. Dafür umso produktiver. Schlussendlich zählt ja das Resultat und nicht wie viele Stunden man absitzt.“ Was Timeular anders macht, als bisherige Anbieter von Zeiterfassungssoftware? Es gibt eine Hardware, die – so die Hoffnung der Gründer – als Alleinstellungsmerkmal dienen soll.

ZEI ist ein achtseitiger Würfel, der via Bluetooth mit dem Computer oder dem Handy verbunden ist. Mittels einer Software lassen sich alle Seiten einem Projekt oder einer Tätigkeit zuweisen, beispielsweise „Handelsblatt lesen“, „Meeting“ oder „Kaffeepause“. Legt man dann ZEI so auf den Tisch, dass das Projekt, an dem man gerade arbeitet, nach oben zeigt, wird die Zeit automatisch erfasst. Will man zu einem anderen Projekt wechseln, dreht man den Würfel. Die Zielgruppe sollen vor allem Selbstständige und Software-Entwickler sein, die mehrere Projekte und verschiedene Kunden haben und pro Stunde bezahlt werden.

Kommentare zu " ZEI im Test: Das Gadget für die 30-Stunden-Woche?"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Da sieht man mal, wie sehr Lebensrealitäten sich unterscheiden: Ich habe noch nie Architekten oder Steuerberater Stundenzettel händisch ausfüllen sehen - dafür aber jede Menge Handwerker und Arbeitnehmer im mittleren und unterem Sektor. DA ist das Standard. Immer noch.

    Sehr idealistisch und amüsant finde ich die Aussage, dass das Ziel der Gründer die 30 Stunden Woche ist, in der effektiv gearbeitet wird. Dass die 35 - 40 Stundenwoche rein aus Eiffzienzgründen Quatsch ist, weiß mittlerweile auch der Letzte, aber ich glaube nicht, dass sich das so schnell (hierzulande) durchsetzen wird, wo alles 30 Jahre später passiert - da wird eher der Tenor vorherrschen, dass man doch noch 5 - 10 Stunden noch effizienter (!?) arbeiten kann. Alltag in KMUs und wohl auch den meisten Konzernen.

    So, nun konkret zum Gadget, weg vom Idealismus. Nehmen Sie es mir nicht übel Frau Kontio, aber der Artikel ist eher schlecht recherchiert:
    1. Preise von bis zu 115 EUR sind in dem Segment normal - und streng genommen eigentlich die Untergrenze. Schließlich handelt es sich hier nicht um Ware für den Massenmarkt, sondern um ein Nischenprodukt, dass sich wohl niemals millionenfach verkaufen wird.
    2. Es gibt mehr als genug Hardware zur Zeiterfassung. Oder woran buchen Sie morgens/abends ihre Arbeitszeit? Von x Firmen. Egal ob zum an die Wand anbringen (klassische Terminals), als Tischgerät (üblich: Tischleser) oder als mobil einsetzbare Lösung (Logger/Geräte zur Tätigkeitsanalyse, REFA). Erschreckenderweise, auch wenn weniger mehr sein soll, mit weniger Funktionen, weniger intuitiv und deutlich weniger Anwendungsmöglichkeiten als andere (uralte) Lösungen am Markt.
    3. Achtseitige "Würfel" nennt man gemeinhin Oktaeder.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%