Zuwachs niedriger als bei Konkurrenten
KPN verfehlt Ziel von einer Million I-Mode-Kunden

Die deutsche Konzerntochter E-Plus wächst langsamer als im Vorquartal und hat jetzt 8,2 Millionen Nutzer.

slo/HB DÜSSELDORF. Das Wachstum bei E-Plus, der Nummer drei auf dem deutschen Mobilfunkmarkt, hat nachgelassen: Wie der Mutterkonzern KPN am Freitag bekannt gab, hat E-Plus 8,2 Millionen Kunden. Damit gewann das Unternehmen im abgelaufenen Quartal 242 000 Kunden hinzu - weniger als im Quartal zuvor. Der Zuwachs von Oktober bis Dezember fiel auch niedriger aus als bei den großen Konkurrenten T-Mobile und Vodafone.

Traditionell trägt das Weihnachtsgeschäft dazu bei, dass die Mobilfunkbetreiber im vierten Quartal die meisten Neukunden anwerben. Zudem hatte E-Plus im vergangenen Jahr eine Aufholjagd angefangen, um seine Marktposition zu verbessern. Daher reagierten Analysten enttäuscht auf die Kundenzahl, obwohl E-Plus damit eigenen Angaben nach im Plan liegt: Das vierte Quartal hätte besser ausfallen sollen als das dritte, kritisierten Experten von SNS Securities. Thijs Berkelder, Analyst bei Petercam in Amsterdam, sagte: "Während sich das Mobilfunkgeschäft von KPN in den Niederlanden und Belgien besser entwickelte als erwartet, hinkt das deutsche Geschäft hinterher."

Berkelder erklärt dies mit dem späten Start des mobilen Internetdienstes I-Mode mit im Voraus bezahlten Guthabenkarten. Diesen Service gibt es in Deutschland seit November. Zuvor gab es I-Mode nur in Kombination mit einem Vertrag.

Insgesamt hatte die KPN-Mobilfunksparte Ende Dezember in Deutschland, den Niederlanden und Belgien 870 000 I-Mode-Abonnenten - 330 000 mehr als im September. Der Konzern verfehlte sein Ziel, bis Ende 2003 eine Million Kunden für diesen Dienst anzuwerben. Im Februar werde man aber soweit sein, kündigte KPN an.

Es sei schon lange klar gewesen, dass der Konzern sein Jahresziel für I-Mode nicht erreichen würde, sagte dazu Bert Siebrand, Analyst bei Bank Oyens. Auch die Börse reagierte ungerührt: Der KPN-Aktienkurs stieg im Tagesverlauf um 2,5 % auf 6,63 Euro.

Nachlassendes Kundenwachstum bei E-Plus könnte jetzt erneut die Diskussion über eine Fusion des Anbieters mit dem kleineren Konkurrenten O2 lostreten. Unterschiedliche Preisvorstellungen der Mutterkonzerne standen dem bisher im Weg. "Ein oder zwei Quartale, in denen die großen Netzbetreiber stärker wachsen als die kleinen, könnten die kleineren Anbieter zu entsprechenden Gesprächen zwingen", sagte Robert Gallecker, Analyst bei der Bayerischen Landesbank. Ad Scheepbouwer, Chef von KPN, hatte Mitte Januar vor Analysten gesagt: Er bedaure, O2 nicht vor etwa eineinhalb Jahren übernommen zu haben, als der Anbieter noch niedriger bewertet worden war.

O2 gibt seine Zahlen am Mittwoch bekannt. Analysten erwarten einen Zuwachs von 300 000 bis 320 000 Kunden.

KPN ist bei seinem Umsatzwachstum auf E-Plus angewiesen, denn im Festnetzgeschäft des Konzerns rechnen Analysten mit sinkenden Erlösen. Unter dem Strich schreibt die deutsche Tochter aber rote Zahlen. Um das zu ändern, braucht das Unternehmen etwa zwölf Millionen Kunden. Für 2004 peilt E-Plus neun Millionen Nutzer an. Insgesamt zählte die KPN-Mobilfunksparte Ende 2003 rund 14,7 Millionen Kunden, davon 5,2 Millionen in den Niederlanden und 1,25 Millionen in Belgien. Die kompletten Ergebnisse für 2003 gibt KPN am 23. Februar bekannt.

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