Cloud-Computing
Werkstück in der Wolke

Das Internet der Dinge wird „ein bedeutender Treiber für Cloud-Computing sein“, heißt es in einer aktuellen Studie. Tatsächlich birgt das Thema enormes Potenzial für europäische Firmen, trotzdem ist die Skepsis groß.
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KölnDer Trend zum sogenannten digitalen Zwilling in der Produktion eröffnet IT-Dienstleistern einen Wachstumsmarkt: Wenn Industrieunternehmen eine Kopie ihrer Werkstücke virtuell ablegen und zum Abgleich mit dem real existierenden Produkt nutzen, geschieht das vornehmlich über Cloud-Lösungen. Leistungsfähige Datenbanken und Vernetzungstechnik sind nötig, wenn das Internet der Dinge Gestalt annimmt - also das Prinzip von voll vernetzten und kommunizierenden Werkstücken.

So bietet Oracle gleich eine Reihe von Plattformen und Verzeichnissen, auf denen virtuelle Modelle gestaltet und hinterlegt werden können. Auch SAP wirbt mit seinem „Asset Intelligence Network“. Dort haben Anwender Zugriff auf Dokumentationen, Handbücher, Zertifikate sowie auf Messdaten von angeschlossenen Anlagen. Und IBM hat vor zwei Monaten neue Module auf seiner Industrie-Plattform freigeschaltet, in denen Nutzer zahlreiche Datenströme zu Produkten zusammenbringen können.

Das Internet der Dinge werde „ein bedeutender Treiber für Cloud-Computing sein“, heißt es in einer von der EU-Kommission beauftragten Studie. Das Thema berge enormes Geschäftspotenzial für europäische Firmen.

Flexible Nutzung Cloud-Computing ermöglicht meist günstige Startbedingungen, weil Rechen- und Speicherkapazitäten flexibel auf- und abschaltbar sind. Zudem bildet eine verteilte Server-Landschaft die Basis, um Daten von verschiedenen Abteilungen und Unternehmen zu sammeln und zu teilen.

Zwei von drei Unternehmen tasten sich laut einer T-Systems-Umfrage mit Projekten in das Internet der Dinge vor. Häufig mangelt es aus Expertensicht aber noch an ausreichender Vernetzung. „Die aktuelle Installation reicht nicht aus für eine durchgehende Internet-der-Dinge-Funktionalität“, sagt Joachim Hackmann, Principal Consultant beim Marktforschungs- und Beratungsunternehmen PAC. Bedenken um die Sicherheit der Daten lassen viele Firmen weiterhin zögern.

In einer Umfrage im Auftrag des IT-Security-Software-Herstellers Bitdefender gaben 89 Prozent der hier ansässigen Firmen an, einen lokalen Cloud-Provider zu bevorzugen. Wenn es um die Cloud geht, finden deutsche Unternehmen die passende Mischung aktuell anscheinend am ehesten im Heimatland.

Dennoch: Die Skepsis bleibt hoch. Kaum eine Firma würde bedenkenlos Daten in die Wolke spielen. Das kann gerade ein Vorhaben wie die digitale Abbildung von Produkten auf lange Sicht ausbremsen. Solche Projekte setzen darauf, dass Daten aus dem gesamten Produktlebenszyklus zusammengetragen werden. Informationen aus der Forschung und Entwicklung würden 46 Prozent der befragten Firmen nie in die Cloud geben - in keiner Kategorie herrscht mehr Vorsicht.

Manuel Heckel
Manuel Heckel
Pressebüro JP4

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