„Cloud der Dinge“: SAP und Telekom machen gemeinsame Sache

 

„Cloud der Dinge“
SAP und Telekom machen gemeinsame Sache

Telekom und SAP verbünden sich, um mehr Einfluss bei der industriellen Vernetzung zu bekommen. Doch auch andere Unternehmen wollen sich eine Schlüsselrolle als Dienstleister der vernetzen Wirtschaft sichern.
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HannoverEin Rundgang über die Hannover Messe zeigt wie schon im vergangenen Monat die Cebit, worauf sich IT- ebenso wie produzierende Industrie stürzen: Digitalisierung und Vernetzung. Sie sind ohne Zweifel auch für die Deutsche Telekom und SAP bestimmendes Thema. „Für uns ist es strategisch sehr wichtig; unsere Kunden erwarten, dass wir sie auf dem Weg in das neue Industrie-Zeitalter begleiten“, sagte Clas Neumann, Leiter der SAP-Entwicklungszentren weltweit im Interview.

Deutschlands Nummer eins der Telekommunikation will sich als Dienstleister für die vernetzte Industrie neu erfinden und kündigte zusammen mit dem Software-Konzern ein ambitioniertes Programm an, das verschiedene Aspekte der Digitalisierung abdecken soll. So will die Telekom über das Bündnis mehr Gewicht bei Standards für die Digitalisierung der Industrie bekommen. Plattformen für Maschinen-Vernetzung und Daten-Auswertung sollen den Telekom-Riesen zur Anlaufstelle für den Mittelstand machen.

Doch die Konkurrenz ist ebenso hinter dem Thema her und Rivale Vodafone sieht sich bereits als Weltmarktführer. „Wir haben die Marke von 20 Millionen vernetzten Maschinen durchbrochen“, sagte Deutschlandchef Jens Schulte-Bockum in Hannover. Insbesondere in der Autobranche sei die Position stark: BMW, VW, Audi, Porsche – und jetzt auch Daimler setzten in ihren vernetzten Fahrzeuge auf das Vodafone-Netz. „Wir werden in den nächsten Jahren das industrielle Internet bauen und damit ein Tor für ganz neue Wertschöpfungsketten aufstoßen.“ Zum Jahr 2020 rechnen Experten mit bis zu 50 Milliarden vernetzten Geräten von Industriemaschinen bis hin zu Zahnbürsten.
Die Bonner und SAP gründen ein Konsortium, dass allen Unternehmen offenstehen soll. „Wir wollen, dass Deutschland – und besser noch Europa – mit einer Stimme sprechen, wenn es um Standards für das Industrie-Internet geht“, sagte der Chef der Dienstleistungstochter T-Systems, Reinhard Clemens, in Hannover. Deutsche Unternehmen seien heute beim Maschinen- und Anlagenbau an vielen Stellen Weltmarktführer, sagte Clemens. Experten warnen aber schon lange, dass diese Führungsposition mit der voranschreitenden Digitalisierung in Frage gestellt werden könnte. Mit der Vernetzung von Maschinen und Geräten werden Dienste auf Grundlage der erhobenen Daten immer wichtiger.

Weltweit gibt es bereits mehrere Gruppen, die ähnlich wie Telekom und SAP Standards beeinflussen wollen. Das Konsortium der beiden Unternehmen ist zunächst eines neben vielen und ein weiteres Kapitel im Kampf um die Deutungsdominanz beim Thema „Industrie 4.0“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Caroline Lindekamp
Caroline Lindekamp
Handelsblatt / Freie Journalistin

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