Digitale Supply Chain Maximale Offenheit

Die Digitalisierung vernetzt die Mitspieler der industriellen Produktion und schafft so eine nie gekannte Transparenz. Nicht jeder Firma ist wohl dabei.
Update: 26.04.2017 - 14:25 Uhr Kommentieren
Transparenz in den Abläufen bringt enorme Wettbewerbsvorteile mit sich. Quelle: dpa
Digitalisierung steuert die Produktion

Transparenz in den Abläufen bringt enorme Wettbewerbsvorteile mit sich.

(Foto: dpa)

DüsseldorfEs ist wie der Blick in die sprichwörtliche Glaskugel: Wer wünscht sich nicht, ab und zu in die Zukunft schauen zu können? Für viele Firmen ist das dringende Notwendigkeit. Sie steuern ihre Produktion inzwischen so, dass sie ihre Kunden zu jeder Zeit optimal beliefern können – und nicht das eigene Lager füllen.

Denn das kostet nur Geld und ist wenig effektiv – in Zeiten harten Wettbewerbs kann sich das kein Unternehmen mehr leisten. Selbst ein tolles Produkt verliert an Bedeutung, wenn es nicht verfügbar ist oder rechtzeitig den Auftraggeber erreicht. „Die Zeiten sind vorbei, dass sich etwas von selbst verkauft“, sagt Klaus Wenger vom US-Industriesoftware-Spezialisten JDA. „Das ganze Geschäftsmodell ändert sich, ist mehr und mehr kundengetrieben.“

Doch was so einfach und logisch klingt, ist komplex: Viele Teile der Versorgungs- und Logistikkette müssen miteinander verbunden werden, damit sich Abläufe koordinieren lassen und verlässliche Vorhersagen möglich sind. Dass dies immer besser funktioniert, ist den Fortschritten der digitalen Vernetzung zu verdanken – und den entsprechenden Softwaretools. „Hier liegt noch eine Menge Potenzial“, sagt Marcus Schüller, Supply-Chain-Experte der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. „Denn eine komplette Durchgängigkeit kann noch keine Branche vorweisen.“

Wo intelligente Haushaltshelfer angreifbar sind
Sprachassistenten
1 von 6

Sicherheitsexperten ist es ein Dorn im Auge, dass der intelligente Lautsprecher Echo von Amazons smarter Assistentin Alexa jedes gesprochene Wort auf die Firmenserver speichert. Ist es nur eine Frage der Zeit, bis Hacker das Gerät als Wanze missbrauchen?

Lichtsysteme
2 von 6

Die Lampen von Philips Hue lassen sich aus der Ferne steuern. Wenn auch noch der aktuelle Zustand ausgelesen werden kann, wäre es für Einbrecher möglich, zu erkennen, ob jemand zu Hause ist.

Bluetooth-Türschlösser
3 von 6

Für die beiden IT-Experten Anthony Rose und Ben Ramsey gibt es keinen Zweifel: Jeder smarte Türöffner ist knackbar. Von 16 getesteten Schlössern, das berichtet das Magazin Chip (04/2017), hatten 75 Prozent eine unsichere Bluetooth-Implementierung. So konnten die Hacker etwa im Fall von August Smartlock auf das Steuersystem zugreifen und damit sehen, wer wann die Tür öffnete.

Intelligente Steckdosen
4 von 6

Eine Lücke, die Hacker manipulieren können, haben Sicherheitsexperten auch bei der smarten Steckdose Edimax SP-1101W gefunden, so Chip. Die Angreifer können sich darüber Zugriff aufs Heimnetz verschaffen und andere Netzgeräte attackieren. Auch das An- und Abschalten der Steckdosen aus der Ferne ist ohne Probleme möglich.

Heizungssteuerung
5 von 6

Beim Max-Thermostat soll es im Test möglich gewesen sein, die Steuerung der Thermostate zu übernehmen und auch den eingestellten Zeitplan der Temperatureinstellungen auszulesen. Man muss wohl nicht lange analysieren, um zu wissen, wann die Bewohner zu Hause sind und wann nicht.

Smart-TVs
6 von 6

Der Experte Benjamin Michéle kann die Samsung Smart-TVs aus der Ferne so manipulieren, dass Mikrofone und Webcams zu Spionen werden - mit Standleitung zum Hacker. Wenn Sie sich schützen möchten, kleben Sie Mikrofon und Kamera am besten zu.

Das gilt selbst für die auf Effektivität getrimmte Autoindustrie, die in puncto Digitalisierung anderen Branchen gerade den Rang abläuft. „Die technologische Herausforderung ist hoch“, sagt Schüller. So müssen nicht nur alle Daten im Unternehmen verfügbar und über Algorithmen auswertbar sein, sondern auch die der Lieferanten und Kunden. Nur so lässt sich ein optimales Zusammenspiel gewährleisten – und das gleich die ganze Wertschöpfungskette entlang.

Wie umfangreich und kompliziert eine solche Verknüpfung ist, macht JDA-Manager Kaltenbrunner gern am Beispiel der Reifenindustrie deutlich. Die hat gleich zwei große Kundengruppen: Die Autohersteller für die Erstausstattung und das Ersatzgeschäft mit den Autofahrern. „Beide Geschäftsfelder ticken völlig unterschiedlich“, sagt Kaltenbrunner. Die Belieferung von VW & Co lässt sich einigermaßen gut vorhersagen, die im Endkundengeschäft nur bedingt.

Fällt der Winter beispielsweise hart und lange aus, werden viele Winterreifen nachgefragt. Bleibt es mild, eben nicht. Gleichzeitig haben die Reifenhersteller ein großes Interesse daran, ihre Maschinen kontinuierlich auszulasten. Fragen viele Autofahrer neue Winterreifen nach, können Conti & Co nicht mal eben die Lieferung an die Autokonzerne einstellen, weil sie keine Kapazitäten haben – und umgekehrt.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Zuverlässig die Nachfrage vorhersagen
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Digitale Supply Chain - Maximale Offenheit

0 Kommentare zu "Digitale Supply Chain: Maximale Offenheit"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%