Domino's in Australien Wo der Roboter die 3-Minuten-Pizza bringt

Australien steht derzeit an der Spitze der Pizza-Revolution. Die Fastfoodkette Domino's arbeitet dort unter anderem an einem Ofen, der die Pizza in drei Minuten backt. Ausliefern könnte diese dann ein Roboter.
Die Fastfood-Kette Domino's will in Australien mit den Pizzaboten der anderen Art experimentieren. Quelle: AFP
Pizza-Roboter

Die Fastfood-Kette Domino's will in Australien mit den Pizzaboten der anderen Art experimentieren.

(Foto: AFP)

Domino’s Pizza Enterprises ist Australiens größte Pizzakette. Der Expansionskurs zeigt Erfolge: Der Aktienkurs ist innerhalb von fünf Jahren um mehr als 800 Prozent in die Höhe geschossen. Nun will das Unternehmen mit seinem Fastfood in neue Dimensionen vorstoßen: zur 3-Minuten-Pizza.

Das Unternehmen erprobt ultraschnelle Backmethoden und militärischen Standards entsprechende Lieferroboter, um die typische Zubereitungs- und Transportzeit um mehr als die Hälfte zu verringern. Das erklärt Konzernchef Don Meij im Gespräch mit Bloomberg sagte. Er bezeichnete es als „Projekt 3-10“: Pizza fertig zum Mitnehmen in drei Minuten oder in zehn Minuten an der Haustür. „Das Wachstum, das daraus entsteht, ist überwältigend“, erklärt der 47-Jährige, der seine Karriere bei Domino’s als Fahrer im Lieferservice begonnen hat.

Meijs Herausforderung besteht darin, das Wachstum beizubehalten, das den Gewinn innerhalb eines Jahrzehnts verzehnfachte und Domino’s in den besten Konsumwert Australiens verwandelte. Nachdem er die Kunden überzeugen konnte, mehr über ihre Mobiltelefone zu bestellen, versucht er sie nun für andere Innovationen zu begeistern, um schneller an ihr Essen zu kommen. Etwa für ein 180 Kilo schweres Roboterfahrzeug, das nach einem Augen-Scan heiße Pizza und kühle Brause herausgibt.

Im Zuge anziehender Gewinne kamen die Domino’s-Anleger in den vergangenen zehn Jahren einen Gesamtertrag von mehr als 2000 Prozent, wie Daten von Bloomberg zeigen. Doch die Erwartungen flauen ab: die Aktie wird Schätzungen zufolge im kommenden Jahr nur um sechs Prozent zulegen, nach durchschnittlichen Kursgewinnen von 60 Prozent in den letzten sieben Jahren. Am Freitag zum Börsenschluss kosteten die Titel in Sydney 55,85 australische Dollar.

Domino’s Pizza Enterprises mit Sitz in Brisbane ist außerhalb der Vereinigten Staaten der größte Franchise-Lizenzinhaber der Pizza-Marke. Neben Niederlassungen in Australien und Neuseeland werden auch Pizzaketten in Japan und einigen europäischen Ländern betrieben. Das Unternehmen kommt auf einen Börsenwert von knapp 5 Milliarden australischen Dollar, umgerechnet etwa 3,3 Milliarden Euro.

Diese Hürden muss Deutschland bei der Digitalisierung überwinden
Hürde 1: Baustelle Breitband
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Industrial Internet, Big Data, Internet der Dinge – ohne Datenaustausch funktioniert nichts mehr. Je mehr die Vernetzung fortschreitet, umso größer werden die Datenmengen und deren Übertragung verlangt eine gute Infrastruktur. Doch da hat Deutschland noch Aufholbedarf. Ihrer Zielmarke, das 2014 drei Viertel der deutschen Haushalte schnelles Internet haben sollen, hinkt die Regierung hinterher: Es waren gerade mal rund 65 Prozent. Immerhin gibt es Zeichen für ein Umdenken: Aus dem Investitionspaket des Bundestages von 2016 bis 2018 erhält Digitalminister Alexander Dobrindt 4,35 Milliarden extra; mit 1,1 Milliarden davon kann er den Breitbandausbau fördern.

Hürde 2: Vorwärts im Schneckentempo
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Eine der Hürden, die die Digitalisierung für die deutschen Unternehmen bereithält, ist die Geschwindigkeit. Die IT-Branche legt ein Innovationstempo vor, mit dem andere Industrien kaum Schritt halten können: Während Software-Firmen wie SAP ihre neusten Programmversionen vorstellen, kämpfen deren Kunden noch mit der Einführung der Vorgängerversion. Je mehr Vernetzung und IT in der traditionellen Produktion Einzug halten, umso größer der Druck einen Schritt zuzulegen.

Hürde 3: Deutsche Leuchttürme gesucht
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Den US-Riesen der digitalen Wirtschaft kann Deutschland wenig entgegenhalten. SAP ist der einzige deutsche IT-Anbieter von Weltrang. Allerdings ist SAP nur im Geschäfts- und nicht im Konsumentenbereich aktiv – anders als Apple, IBM, Microsoft, Amazon oder Google. Der deutschen Wirtschaft fehlen die Leuchttürme in der IT- und Internet-Branche und das aus vielfältigen Gründen.

Hürde 4: Start-ups fehlt Kapital
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Das Silicon Valley gilt weltweit als Synonym für innovative Start-ups. Auch in Deutschland wagen sich immer mehr Neugründer an den Markt, doch im Vergleich zu den US-amerikanischen Vorreitern fehlt ihnen ganz entscheidend eines: Kapital. In den USA investierten Risikokalitalgeber 2014 über 48 Milliarden Dollar, davon allein 11,9 Milliarden in Internetfirmen. In letzterer Summe standen in Deutschland laut BVK gut 2,2 Milliarden gegenüber. Das war zwar doppelt so viel wie im Vorjahr, doch einige große Deals wie die Übernahme von Scout 24 verzerren das Bild.

Hürde 5: Politisches Gerangel
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Digitalpolitik ist ein Modethema, bei dem viele das Sagen haben wollen. Im Ring um die Vorherrschaft bei dem Thema stehen etwa Digitalminister Alexander Dobrindt (CSU, von links), Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) – und bremsen die „digitale Agenda“ letztlich eher aus. Neun Monate hatten die Minister beispielsweise gerungen, um im Sommer 2014 ein 30-seitiges Konzept vorzulegen. Es sei eher ein „Hausaufgabenheft“ stapelte de Maizière zurecht tief. Während die Industrie die Digitalisierung vorantreibt, kommen von der Regierung bisher vor allem Wortblasen.

Hürde 6: Der Mittelstand zögert
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Der Mittelstand gilt als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, doch bei der Industrie 4.0 scheint er einzuknicken. Laut ZVEI-Umfrage meinen gut 40 Prozent der Unternehmen, die Digitalisierung sei gar nicht ihr Thema. Diese Einschätzung kann fatal sein – für die Firmen wie den Wirtschaftsstandort Deutschland. Kritiker predigen, man verpasse bei einem Zukunftsthema den Anschluss.

Hürde 7: Die Angst der Deutschen
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Die „German Angst“ beschränkt sich nicht allein auf den Mittelstand; allgemein gilt, dass die Datensicherheit mit der zunehmenden Vernetzung mehr und mehr in Gefahr gerät. Mit immer höheren Schäden durch Cyberkriminalität und Spionage, wird der Schutz von Geschäftsgeheimnissen umso wichtiger.

Um Pizza innerhalb von drei Minuten frisch zuzubereiten, werden Meij zufolge neuartige Backöfen benötigt, bei denen Heißluft aus unterschiedlichen Richtungen strömt. Bei ersten Versuchen mit solch einer Technologie habe sich die Backzeit bereits auf vier Minuten halbiert, sagt er. Damit bleibt sein Drei-Minuten-Ziel für die Pizza zum Mitnehmen zwar noch unerreicht, doch Auslieferungen in zehn Minuten sollten seiner Meinung nach bei den meisten Bestellungen in Australien innerhalb von drei Jahren möglich sein.

Domino’s will in diesem Monat in Brisbane einen Testlauf mit Robotern zur Pizzalieferung starten. Die Maschinen sollen 2018 auf den Straßen Australiens unterwegs sein, erklärt er und fügt an, das wäre wirtschaftlicher und sicherer als menschliche Kuriere. Der Roboter kann auf der Fahrt sogar noch die Pizza backen.

Roboter auf Tauchstation
Der Schimpanse als Vorbild
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Den affenartigen Roboter Charlie stellte das Robotics Innovation Center vergangenes Jahr bei der Cebit vor. Kirchner und sein Team priesen ihn als ersten Roboter mit beweglicher Wirbelsäule und fühlenden Füßen an.

Quelle: DFKI

Hand in Hand
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Wie Exoskelette wirken, zeigt Roboterdame Aila. Sie lässt sich durch menschliche Bewegungen fernsteuern. Aila kann auch in gefährlichen Umgebungen eingesetzt werden - etwa in der Industrie oder im Weltall.

Quelle: DFKI

Tauchroboter
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In realitätsnahen Bedingungen können die Bremer Forscher in dem Tauchbecken ihre Roboter testen. In der Praxis sollen diese etwa Gas- und Ölplattformen warten.

Quelle: DFKI

Das Testbecken
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Die maritime Explorationshalle ist 23 mal 19 mal 8 Meter groß und fasst 3,4 Millionen Liter Salzwasser. Der Neubau hat gut 7 Millionen Euro gekostet.

Quelle: DFKI

Katastrophen verhindern
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Mit den Unterwasser-Robotern werden aufwändige Wartungsarbeiten an Hochsee-Plattformen erschwinglich. So hätte die Katastrophe an der Deep Water Horizon verhindert werden können.

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Auf Mars-Mission
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Die Roboter sollen auch im Weltraum zum Einsatz kommen und kommen in Bremen auch dafür ins realitätsnahe Trainingslager. In der Weltraum-Explorationshalle erproben die Systeme etwa ihre Fähigkeiten in der neun Meter breiten Kraterlandschaft, die sich in der Halle befindet. Die Beschaffenheit der Landschaft wurde der eines Kraters am Südpol des Mondes nachgebaut.

Quelle: DFKI

Technische Zusammenarbeit dank Exoskelett
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Der Roboter ist mit einem Sensor ausgestattet, der mechanische Kräfte misst. So können sie durch das Exoskelett auf den Bediener zurückgespielt werden. Hebt der Roboter ein schweres Gewicht, fühlt es sich auch für den Menschen schwer an.

Quelle: DFKI

Doch das Erreichen seiner jüngsten Ziele ist von der Eröffnung Tausender neuer Standorte abhängig, um die Lieferwege zu verkürzen. „Letztlich brauchen wir mehr Filialen“, sagt Meij. „Wir müssen die Küche näher an den Kunden bringen und die Küche wirklich effizient machen.“ Bis zum Jahr 2025 könnte die Pizzakette weltweit 4250 Restaurants betreiben, hieß es in einer Präsentation von Meij im Februar. Um dieses Ziel umzusetzen – fast 2000 zusätzliche Standorte – müsste Domino’s jeden zweiten Tag eine neue Niederlassung eröffnen.

Das Unternehmen wird kommendes Jahr womöglich mehr Märkte erschließen, erklärt Meij, entweder durch den Kauf bestehender Domino’s-Ketten oder durch die Umwandlung lokaler Pizzafirmen. „Obwohl wir derzeit in drei Regionen der Welt aktiv sind, hätten wir keine Einwände dagegen, in einer vierten zu sein“, sagt der Konzernchef. „Wir wären gerne in mehr Ländern.“

  • Bloomberg
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