Hannover Messe
Merkels Appell für freien Welthandel

Merkel hat die Hannover Messe mit einem Bekenntnis für freie Märkte eröffnet. Ehrengast: die polnische Ministerpräsidentin. Szydło nutzte die Gelegenheit, die EU aufzufordern, die Souveränität der Einzelstaaten zu achten.
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HannoverDer Unterschied könnte größer nicht sein. Vor einem Jahr glich Hannover einer belagerten Stadt: Polizei überall, strengste Sicherheitsvorkehrungen, selbst der Luftraum war über Stunden gesperrt. Der Aufwand galt einem Mann: Barack Obama, zu diesem Zeitpunkt noch Präsident der Vereinigten Staaten. Zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnete er damals die Hannover Messe.

Merkel war auch an diesem Sonntagabend dabei, der Gast an ihrer Seite während der offiziellen Messeeröffnung im Congress-Centrum war diesmal die polnische Ministerpräsidentin Beata Szydło. Mit ihr startete Merkel am Montagvormittag auch den traditionellen Rundgang. Das östliche Nachbarland ist in diesem Jahr Gastland der Hannover Messe. Der Sicherheitsaufwand hielt sich diesmal in bescheidenem Rahmen: keine Sicherheitsschleuse, keine Gepäckkontrollen, die Polizeipräsenz war nicht höher als bei einem Popkonzert.

Doch die äußere Entspannung spiegelte sich nicht im Binnenverhältnis der beiden führenden Politiker in diesem Jahr wider. Wurden Bemerkungen zwischen Obama und Merkel vor einem Jahr stets mit einem Lächeln quittiert, blieb der Kontakt zwischen Merkel und Szydło während der Eröffnungsfeier professionell freundlich und distanziert. In den Reden wurden die politischen Unterschiede deutlich.

Die polnische Ministerpräsidentin unterstrich die Leistungen ihrer eigenen Regierung und forderte Europa auf, die Souveränität der Einzelstaaten zu achten. Aus dem geplanten Ausstieg der Briten aus der EU müsse Brüssel die richtigen Schlüsse ziehen. Die polnische Regierung steht einer stärkeren politischen Integration Europas ablehnend gegenüber.

Merkel in lindgrünem Blazer, passend zum Frühling, der am Sonntagabend bei maximal zehn Grad keiner war, warb vor dem mit vielen Managern gefüllten Saal vor allem für den freien Welthandel. Dafür erntete sie viel Applaus. „Abschottung und Protektionismus erteilen wir eine klare Absage, weil sie nur zu Verlusten führen“, sagte die Kanzlerin. „Auch die Hannover Messe steht für die Weltoffenheit unserer Wirtschaft.“

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Kommentare zu " Hannover Messe: Merkels Appell für freien Welthandel"

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  • Als ob Merkel etwas von Wirtschaft und der Folge eines politischen Handelns verstünde.

    Ihre "Appelle" sind lächerlich und lenken nur vom Sumpf ab, in den sie sich selbst und uns alle mannövriert hat.

    Endlich abwählen!!!

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